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Donnerstag, 30. April 2026

30.04.2026 Karklė - Schloss Rundāle

Auf dem Campingplatz war es vergangene Nacht so ruhig, dass wir bis 9 Uhr geschlafen haben. Es war dann schließlich 10.30 Uhr, bis wir in Richtung Palanga losgefahren sind.

Kurz vor Palanga sind wir auf die A11 abgebogen und haben dann nach wenigen Kilometern im Lidl in Kretinga noch unsere Vorräte aufgefüllt.

Auf den nächsten 100km gab es nichts zu fotografieren. Die Straße führte mehr oder weniger bolzengerade durch Wälder und Wiesen in Richtung Šiauliai. Das einzige Bild vor der Stadt haben wir aus dem fahrenden Auto von der Kirche hier in Kuršėnai gemacht.


In Šiauliai haben wir auf einem Parkplatz in der Stadt geparkt und haben uns die Innenstadt angeschaut. Zur Parksituation den litauischen Städten ist festzustellen, dass man eigentlich immer problemlos freie Parkplätze findet. Sie sind in den Innenstädten zwar grundsätzlich bewirtschaftet, aber die Parkgebühren größtenteils bezahlbar. Hier in Šiauliai haben wir pro Stunde 1 Euro bezahlt.

Viel zu sehen gibt es in Šiauliai nicht. Eine schöne barocke Kirche und einige wenige historische Gebäude. 

Die Kirche ist innen genauso weiß wie außen und für eine Barockkirche eher schlicht.






Nach dem kurzen Stadtrundgang haben wir hier im "Caffeine" einen Kaffee getrunken. "Caffeine" ist eine landesweite Kette, die man in jeder größeren Ortschaft sieht.
Nach unserem Stadtrundgang sind wir die 10km bis zum Berg der Kreuze (Kryžių kalnas) gefahren. Zur Entstehung gibt es verschiedene Legenden, die bis ins 13 Jahrhundert zurückreichen.

In der neueren Zeit war der Hügel ein Ausdruck gegen das sowjetische Regime. Den Russen waren die vielen Kreuze ein Dorn im Auge und sie haben den Hügel 4 Mal mit Bulldozern plattgemacht. Jedes Mal standen danach innerhalb weniger Tage noch mehr Kreuze als zuvor. Leider fehlte heute der blaue Himmel, weil es schon ab ca. 10 Uhr ziemlich trüb wurde. Dafür ist der kalte Wind verschwunden und die Temperaturen gehen langsam nach oben.

Hier ein paar Bilder vom Kreuzhügel.






Gegenüber vom Kreuzhügel, der komplett in der Prärie liegt, haben sie einen großen Parkplatz hingebaut und knöpfen den Besuchern 5 Euro in der Stunde ab. Wir sind einfach 500 Meter weiter gefahren und haben auf einem kostenlosen Parkplatz geparkt. Jede Form der Abzocke muss man nicht unterstützen.
Eigentlich wollten wir beim Kreuzhügel übernachten, um eventuell morgen früh noch ein paar Bilder mit blauem Himmel machen zu können.

Aufgrund der touristischen Vermarktung haben wir uns sicherheitshalber entschieden, noch die 50 km weiter bis zum Schloss Rundāle zu fahren. Tante Google meinte es da mal wieder gut und führte uns über schöne Straßen, so dass wir die Karre wenigstens heute mal ein paar Kilometer  artgerecht halten konnten.
Es ging dann durch Joniškis in Richtung lettische Grenze.
Gegen 17 Uhr haben wir die Grenze nach Lettland auf einer schmalen Landstraße passiert. Ohne dieses Schild hätten wir nichts davon bemerkt.

Wir sind dann direkt zum Schloss gefahren und stehen jetzt hier auf dem großen Parkplatz mutterseelenalleine. Das Schloss öffnet morgen um 10 Uhr und dann werden wir es mal beischtigen und Bilder nachliefern.

Und hier noch die heutige Strecke und ein kleines Fazit zu Litauen.

Litauen ist größtenteils recht ärmlich mit vielen heruntergekommenen Straßen und Gebäuden und einem dennoch recht hohen Preisniveau.

Vilnius ist natürlich eine Ausnahme. Zumindest im Zentrum eine wirklich schöne und sehenswerte Stadt.

Ansonsten fanden wir es nicht so prickelnd und außer Vilnius gibt es für uns keinen Ort hier, den man unbedingt gesehen haben muss.

Was wir ebenfalls nicht sehr ansprechend fanden ist die Mentalität der Menschen hier, was ich schon einmal erwähnt habe,

Sie sind sehr kühl und zurückhaltend und können dir nicht ins Gesicht schauen. Die laufen einen Meter an dir vorbei und schauen stur geradeaus oder auf den Boden. Wenn tatsächlich mal einer einen Blick riskiert und man grüßt, erfolgt absolut keine Reaktion. Das macht die Litauer nicht unbedingt sympathisch und ist für uns auf jeden Fall sehr ungewohnt.

Jetzt schauen wir in den nächsten Tagen mal, ob die Letten genauso sind.


Mittwoch, 29. April 2026

29.04.2026 Klaipeda - Karklė

Heute Morgen sind wir gegen 09.15 Uhr bei wolkenlosem Himmel und 7 Grad an das Fährterminal in Klaipeda gefahren.

Die Überfahrt auf die Kurische Nehrung, die nicht viel länger als eine Rheinfähre dauert, kostet mal schlappe 46,50 €, für die Hin- und Rückfahrt.
Eigentlich fahren die Fähren nur stündlich, aber sie legen einfach ab, wenn sie voll sind und so waren wir nach wenigen Minuten auf dem Wasser.

Das ist der Plan der Kurischen Nehrung, die teilweise noch zur russischen Enklave Kaliningrad gehört, weshalb man nur bis Nidden fahren kann.
Touristisch liegt das alles noch im Tiefschlaf, was uns sehr entgegenkommt. Es waren nur wenige Fahrzeuge unterwegs und Fußgänger sah man gar nicht. Einige Kilometer nach dem Fähranleger kommt eine Mautstelle und man darf dann noch einmal 20 Euro für den Eintritt in den Nationalpark berappen.

Wenn man dann weiter fährt, sieht man von der Straße aus immer wieder mal große Sanddünen, fährt aber meistens durch Waldstücke und sieht die Ostsee gar nicht.

Die erste Ortschaft ist dann Juodkrantė, die direkt am Meer liegt und mit vielen netten Häuschen wirklich hübsch aussieht.
Hier waren alle Gaststätten noch geschlossen. Die Saison fängt wohl erst Ende Mai an.





Wir sind in Juodkrantė zunächst an der Promenade entlang gelaufen. Der Wind war heute erträglich und es war daher bei dem schönen Wetter recht angenehm.







In der Ortsmitte geht hier ein Waldweg zum sogenannten Hexenpfad ab. 

Der Pfad ist gesäumt von ca. 90 großen, geschnitzen Holzfiguren. 

Hier mal ein kleiner Auszug. Wer mehr sehen möchte, kann gerne noch weitere Fotos anfordern.









Bis wir den Rundgang durch den Hexenpfad beendet hatten, war es gerade mal kurz nach 11 Uhr und wir hatten schon wieder rund 7km in den Füßen.
Es ging dann weiten nach Nidden, der Grenzstadt zum russischen Bezirk Kaliningrad.

Nidden ist das touristische Zentrum der Kurischen Nehrung, aber im Moment auch noch relativ tot. Zumindest waren hier einige Kneipen geöffnet.







Wir haben hier dann auch in einem Kaffee einen warmen Apfelkuchen gegessen und einen Kaffee getrunken. Die Preise, wie schon erwähnt, auf heimischen Niveau, d.h. 2 Stück Kuchen und 2 Kaffee knapp unter 20 Euro.

Das muss ich jetzt erklären. Diesen doofen Leuchtturm haben wir gesucht. Im Reiseführer wird erwähnt, dass er in Nidden steht und wir haben den irgendwo an der Küste gesucht aber nicht gefunden.
Mit Hilfe von Tante Google haben wir ihn dann schließlich 800 Meter oberhalb des Ortes mitten im Wald nach einem steilen Anstieg auf die sandige Düne entdeckt. Er ist noch knapp höher als die umliegenden Bäume und entweder müssen sie ihn bald höher setzen oder die Bäume umsägen, sonst sieht den auf der Ostsee keiner mehr.
Neben dem neuen Turm steht ein Modell des alten Leuchtturms, den die Nazis, als sie 1944 hier abhauen mussten, gesprengt haben.
Gegen 13.30 Uhr haben wir uns auf den Rückweg in Richtung Fähranleger gemacht. Auf halber Strecke kann man an einer Stelle noch auf die höchste Düne der Insel laufen, was wir nicht gemacht haben. Unverschämterweise wird da noch einmal 5 Euro Eintritt pro Person verlangt, und diese Abzocke wollten wir nicht unterstützen, nachdem wir bereits 20 Euro Eintritt in den Nationalpark bezahlt hatten.
Wir haben dann noch einen Abstecher an die westlich Seite der Nehrung, also die Seite mit der offenen Ostsee, gemacht. Hier trieb sich tatächlich dieser Kitesurfer bei 8 Grad Außen- und Wassertemperatur rum und hatte offensichtlich Spaß. Ich habe vom Zuschauen schon Eiszapfen bekommen.
Gegen 15 Uhr sind wir mit der Fähre wieder zurück nach Klaipeda gefahren und haben überlegt, ob wir noch eine Nacht hier bleiben sollen.
Wir haben uns dann aber entschieden, noch die 20km bis Karklė zu fahren, wo es einen kleinen familiengeführten Campingplatz gibt. Es gibt hier in der Gegend, die bei den Litauern im Sommer sehr beliebt ist, unzählige Campingplätze, die aber bis auf wenige Ausnahmen noch geschlossen sind. 

Der Platz kostet 20 Euro und ist damit sehr günstig im Vergleich zu den anderen Plätzen. Sie haben tolle Duschen, die wir mal dringend nötig hatten. Natürlich hätten wir auch im Auto duschen können, aber in einem Waschhaus hat man einfach mehr Platz und anschließend kein Gerödel mit Putzen.
Das war die heutige Tour, dieses Mal ein Auszug aus Polarsteps, weil meine dämliche App wieder nicht aufgezeichnet hat.
Leider sieht man hier keine Ortsnamen, aber das Bild oben ist Kleipeda, dann ging es Richtung Süden auf die Kurische Nehrung und zurück und dann die Küste hoch hierher nach Karklė.

Unser doch sehr kommunikatives Auto hat übrigens gestern wieder das gesamte Armaturenbrett beleuchtet. U.a. brannte die Motorkontrollleuchte, was im Regelfall bedeutet, dass man eine Werkstatt aufsuchen sollte.

Ich habe dann mal den Fehlerspeicher ausgelesen und dabei komplett den Überblick verloren. Da waren so viele Fehler abgelegt, dass es echt ein Rätsel ist, warum die Karre noch fährt.

Ich habe die mal auf einen Rutsch alle gelöscht und seither ist die Motorkontrollleuchte auch wieder aus.

Gut, ein paar andere Kurzschlüsse und was weiß ich noch, hat die Karre gleich nach dem Löschen wieder angezeigt, aber nichts davon ist lebensnotwendig und beim Fahren ist auch alles in Ordnung. Ich denke, das Teil will einfach auch ab und zu was sagen.