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Donnerstag, 7. Mai 2026

07.05.2026 Helsinki

Gestern Abend hoppelten, nachdem der Blog schon geschrieben war, 2 fette Hasen ums WoMo. Bis ich mit dem Handy draußen war, war einer allerdings schon verschwunden.
Kurz vor 22 Uhr hatten wir dann einen sehr beeindruckenden Himmel. Das Rot erstreckte sich rundrum und nicht nur auf der Sonnenuntergangsseite. 
In der Nacht hatte es um die 3 Grad, so dass die Heizung ein paar Mal angesprungen ist. Bis wir kurz nach 8 Uhr aufgestanden sind, stand die Sonne schon hoch am Himmel und es hatte bei wenig Wind 10 Grad, so dass es in der Sonne schon richtig warm war. Der Campingplatz sieht auf dem Foto voller aus, als er tatsächlich ist. Er ist sicher nur zu maximal einem Drittel belegt, wobei überwiegend Finnen hier sind und nur wenige Deutsche.
Nach dem Frühstück sind wir mit der Metro in die Stadt gefahren. Die Haltestelle befindet sich direkt gegenüber vom Campingplatz. Für den Ticketkauf habe ich mir gestern Abend noch die HSL-App heruntergeladen. Die App gibt es zwar nicht in deutsch, aber mit der englischsprachigen Menüführung kommt man gut klar. In der App kauft man dann die Einzelfahrscheine für 3,30 €, die 80 Minuten gültig sind.
Man muss von hier in die Stadt die Zone AB wählen und auf "kaufen" klicken, dann hat man den Fahrschein auf dem Handy. Das ganze muss man 2 Mal machen, weil man jede Fahrkarte einzeln kaufen muss und nicht gleich für 2 Personen einen Fahrschein lösen kann.

Wir sind bis zur Station Kamppi gefahren, die etwas hinter der Innenstadt liegt, weil wir von dort aus zunächst zur Felsenkirche wollten. Es ist die mit 31m unter Straßenniveau am tiefsten gelegene Metrostation in Helsinki.
Die Station ist gleichzeitig ein riesiges Shoppingcenter.
Direkt davor befindet sich Kamppi-Kapelle, die aus Fichtenholz erbaut und 2012 fertiggestellt wurde. Die Kapelle kostet Eintritt, war allerdings bei unserer Ankunft noch geschlossen. Sie öffnet erst um 11 Uhr.
Wir sind dann zur Felsenkirche (Temppeliaukion kirkko)  gelaufen. Die Kirche wurde in den felsigen Untergrund von Helsinki gebaut und erhielt eine Kuppel mit Glaselementen. Die Wände bestehen aus unbehauenem Fels.

Natürlich kostet auch diese Kirche Eintritt und hier haben wir, weil es schon was Besonderes ist, die 8 Euro Eintritt bezahlt. Als wir da reinkamen, waren wieder mal mehrere Gruppen mit einer Epikanthus medialis und Mundschutz zugange. Man kann denen einfach nicht entkommen.


Nach der Kirchenbesichtigung sind wir durch die schönen Parkanlagen zur riesigen Finalandiahalle gelaufen.



Die Halle wird als Kongress- und Konzertgebäude genutzt.
Von dort sind wir in Richtung Hauptbahnhof gelaufen. Was in Helsinki von Anfang an auffallend war sind die großzügig angelegten Plätze und Parkanlagen. Ganz anders als in den südeuropäischen Großstädten, wo man meist durch enge Gassen in der Innenstadt läuft. Außerdem gibt es in der Innenstadt extrem wenig Autoverkehr. Hier nutzt man die öffentlichen Verkehrsmittel, die auch perfekt abgestimmt sind und alle paar Minuten fahren.


Schräg gegenüber von der Finlandiahalle steht die 2018 eröffnete zentrale Bibliothek, genannt die Oodi.
So etwas haben wir noch nirgends gesehen. 3 Stockwerke voll mit Computern, Sitzecken, Spielecken, Räume in denen man Computerspiele machen kann, 3-D-Drucker, Restaurants und und und. Die ganzen Plätze mit den Rechnern, Zeitungen usw. sind für jedermann kostenlos nutzbar.


Das lässt sich die Stadt offensichtlich einiges Kosten und man könnte sich da problemlos den ganzen Tag aufhalten.

Nach dem Bibliotheksbesuch ging es weiter in Richtung Hauptbahnhof.

Man läuft hier einfach von einem riesigen Platz zum nächsten. Überall stehen alte, toll restaurierte Gebäude und dazwischen auch mal hypermoderne Teile, die sich aber sehr gut ins Stadtbild einfügen.






Wir sind dann einfach weiter kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, an den Regierungsgebäuden vorbei bis zum Fährhafen.


Hier am Hafen haben wir eine Kaffeepause eingelegt und da man da sehr windgeschützt sitzt, war es so warm, dass wir sämtliche Jacken ausgezogen haben, eigentlich T-Shirt-Wetter.
Nach der Kaffeepause sind wir noch zum Dom gelaufen.

Innen ist der Dom recht schmucklos aber von außen sieht das Gebäude schon fantastisch aus und ist, wie alle Gebäude hier, in einem perfekten Zustand. Schneeweiß und sieht aus, wie gerade erst gebaut.
Vor dem Dom steht noch das Denkmal des Kaisers Alexander II. von Russland, das ihr dann auf dem nächsten Bild sehen könnt. 

Wir haben hier fast 10 Minuten gewartet, bis einige Menschen mit Epikanthus medialis unter gnadenlosen Verrenkungen ein Bild zuwege gebracht hatten. 

Falls er jemand noch nicht gemerkt hat, ich mag die nicht, die stehen immer im Bild rum.
Aber dann ging es ja auch so, man muss halt ein bisschen warten.
Wir hatten nun schon fast wieder 10km in den Beinen und haben uns auf den Rückweg zur Station Kamppi gemacht. Wir hätten natürlich auch an der Station davor einsteigen können, aber wir wollten im Supermarkt, den wir in der Station bei der Ankunft gesehen hatten, noch was einkaufen.

Da es unser erster Supermarkt in Finnland war, haben wir gespannt auf die Preise geschaut.

Obst und Kuchen sind seeehr teuer, aber die übrigen Lebensmittel kosten nur unwesentlich mehr als zu Hause.

Es ging dann wieder 31 Meter unter die Erde, wo wir unsere M1 zurück zum Campingplatz genommen haben.
Das Bild haben wir nur eingestellt um zu zeigen, dass auch die U-Bahn-Stationen sehr ordentlich sind.


Auf dem Heimweg haben wir noch einen Schuhabstreifer verewigt. Die Teile stehen hier vor jeder Haustüre. In Finnland gilt es als unhöflich, beim Betreten des Hauses die Schuhe anzulassen. Ob das nur für die Wohnungen gilt oder bei diesen Wohnblocks die Schuhe auch schon vor der Haustüre ausgezogen werden müssen, ist nicht ganz klar. So tief sind wir in die Kultur noch nicht eingedrungen.
Gegen 16 Uhr waren wir wieder am Campingplatz.

Wir sind hier noch 2 Stunden draußen in der Sonne gesessen und wenn kein Wind geht, ist es sommerlich warm. Aber es kommt immer mal wieder ein Lüftchen und dann kann man das Sweatshirt schon vertragen. Es hatte so ca. 13 Grad und nun kamen die Hasen auch schon am hellen Nachmittag und hoppelten vorbei.


Wir beenden jetzt mal vorerst die europäische Hauptstadttour, nachdem wir nun innerhalb von 3 Wochen die 6. Hauptstadt besucht haben. Ob es dann auf dem Rückweg nochmal für eine 7. und 8. reicht, werden wir sehen.


Mittwoch, 6. Mai 2026

06.05.2026 Tallinn - Helsinki

Hier liefere ich mal das Bild mit der Dieselsauerei von gestern nach. Man sieht unterhalb des Tankstutzens und an der Fahrertüre deutlich, wo ein Teil der Plörre gelandet ist und dazwischen stand ich und hab den Rest abgefangen.
Wir sind gestern Abend noch ins angrenzende Hotel gelaufen und haben dort eine Pizza gegessen. Mit 14 Euro war das noch bezahlbar. 

In der Hotellobby kann man auf das riesige Schwimmbad schauen, das sich in der Hotelmitte befindet. Nicht jedermanns Geschmack, so auf dem Präsentierteller baden zu gehen.

Heute Morgen hatten wir dann wieder einen wolkenlosen Himmel bei 10 Grad. Wir hatten reichlich Zeit, weil wir erst um 11 Uhr am Fähranleger sein mussten.

Wir haben gegen 10.30 Uhr nochmal 10 Liter in den Tank gequetscht und sind dann zur Fähre gefahren. Überraschenderweise war Diesel heute mit 1,84 €/l 9 Cent billiger als am Vortag.


Da wir sehr früh da waren, standen wir hier jetzt über eine Stunde rum. Zunächst durften die ganzen PKW reinfahren, dann ca. 50 LKW und wir kamen mal wieder ziemlich zum Schluss dran.
Unsere Fähre machte einen Top-gepflegten Eindruck und war auch innen richtig schön.
Wir haben mit wenigen Minuten Verspätung gegen 12.15 Uhr abgelegt und einen letzten Blick auf Tallinn geworfen.
Jetzt ist es auch an der Zeit für ein kurzes Resümee über Lettland und Estland. Zu Litauen hatte ich ja schon was geschrieben.
Wenn man im Baltikum von Süd nach Nord fährt, fängt es mit Litauen recht ärmlich an, wird in Lettland schon deutlich aufgeräumter und in Estland ist es dann nochmal deutlich ordentlicher. Da sind dann selbst die Häuschen im kleinsten Dorf meist sehr gepflegt mit hübschen Gärten. Was sich überall durchgezogen hat, ist die Reserviertheit der Bevölkerung. Grüßen oder einen Gruß zu erwidern ist wohl eher unüblich, aber wenn man irgendwo in einem Lokal ist, wird man freundlich bedient. Die Esten wirkten allerdings schon etwas aufgeschlossener als die übrigen Baltikumbewohner. Sie schauten einem zumindest interessiert an und nicht auf die andere Seite. Man merkte hier den langen schwedischen Einfluss.

Die Schrift und die Sprache wird ebenfalls von Süd nach Nord immer unverständlicher. Es findet sich irgendwann so gar nichts mehr in den Beschriftungen, das man sich erschließen könnte, einfach nur  unverständlich. Zum Glück gibt es Google-Lens, so dass man einfach die Kamera auf ein Schild halten kann und das dann in deutscher Sprache angezeigt bekommt. 

Von den Hauptstädten hat uns Riga am Besten gefallen, danach Vilnius. Tallin ist auch hübsch, aber irgendwie nicht so beeindruckend, wie die anderen beiden Hauptstädte. 
In Estland selbst haben wir sowieso nicht sehr viele Highlights gehabt. Möglicherweise sind da noch viele schöne Plätze weiter östlich. Wir sind ja nur den kurzen Weg von Riga nach Tallinn gefahren und da gab es nicht viel zu sehen.
Ende Resümee.


Im Hafen von Tallinn lag bei der Ausfahrt auch eine "Aida". Was für eine Kreuzfahrt man da macht, weiß ich nicht, aber vermutlich gibt es das auch für das Baltikum mit Schweden und Finnland.

Die See war absolut ruhig und man konnte bequem auf dem Sonnendeck sitzen. Wenn man eine windgeschützte Ecke gefunden hatte, war es richtig warm.


Es gibt auf der Fähre mehrere schlechte Restaurants aber dafür unzählige verschiedene Locations, wo man sich aufhalten kann. 
In fast allen Bereichen war es wieder, wie auf den Fähren üblich, zu stark klimatisiert, weshalb wir uns aufs Sonnendeck verzogen haben.

Ein Spielcasino gabs auch an Bord.


Gegen 13.45 Uhr kam Land - sprich Helsinki - in Sicht.




Wir haben pünktlich um 14.15 Uhr angelegt und wie man sieht, ging es auch nicht sehr eng in der Fähre zu, obwohl sie ziemlich ausgebucht war.
Wir sind dann auf direktem Weg zu unserem heutigen Campingplatz Rastila gefahren, der ca. 15 Kilometer außerhalb liegt.

Dafür mussten wir zunächst quer durch die Innenstadt, was bei den vielen Baustellen und Ampeln etwas dauerte.

Dafür konnten wir an den Ampelkreuzungen schon mal ein paar Bilder machen. 


Gegen 15.30 Uhr waren wir auf dem Campingplatz. Es ist der einzige Campingplatz weit und breit, riesengroß, und mit 36 Euro pro Tag auch preislich auf normalem Großstadtniveau.

Direkt vor dem Campingplatz ist die Metrostation, mit der wir morgen in die Stadt fahren werden.

Wir haben hier gleich nach der Ankunft die Waschmaschine gestopft, um mal unsere Wäsche auf Vordermann zu bringen. Sie haben hier gute Miele-Maschinen und mit 5 Euro für die Waschmaschine und 5 Euro für den Trockner passt es auch mit dem Preis. In Estland wollten sie für eine kleine Haushaltswaschmaschine 7 Euro und hatten keinen Trockner.

Während wir auf die Wäsche gewartet haben, sind wir in einen kleinen Supermarkt neben dem Campingplatz gegangen und haben nach Brot Ausschau gehalten. Es gab ein ganzes Regal mit Wattebrot und nur dieses Brot hier sah einigermaßen vermünftig aus.
An der Kasse haben wir die 390gr Brot dann 4,40 € bezahlt. Da stehen zwar nur günstige 4,39 € auf dem Kassenzettel aber da die Finnen die 1 und 2 Cent Münzen abgeschafft haben, wird auf volle Cent-Beträge gerundet.
Wir waren über den Preis schon etwas überrascht, aber dass hat sich geklärt, als wir mal die Aufschrift auf der Tüte übersetzt haben.

Vor lauter Ehrfurcht, was dieses Brot in seiner Entstehungsphase alles erlebt hat, haben wir uns gar nicht getraut, das Teil anzuschneiden.

Eigentlich wären wir ja auch hier auf dem Campinglatz ins Restaurant gegangen, aber das hat leider schon um 18 Uhr geschlossen.

Also sind wir halt doch über den Laib hergefallen und man muss neidlos sagen, das Brot schmeckt gut, so wie Brot halt. 

Wir sind auch hier übrigens noch 1 Stunde vor der heimischen Zeit und die Tage werden merklich länger. Im Moment ist hier 20.20 Uhr und die Sonne steht noch hoch am Himmel. Wenn wir jetzt dann noch weiter nördlich kommen, wird es bald nur noch 1 bis 2 Stunden Dunkelheit geben.
Die heutige Route ist ja recht überschaubar. Einmal übers Wasser von Tallinn nach Finnland.


Was ich schon ein paar Mal schreiben wollte und immer vergessen habe.

Auf manchen Bildern im Blog seht ihr unten links manchmal die Einblendung "KI-generierter Inhalt".

Das heißt nichts anderes, dass wir auf dem Foto irgendwelche Bildteile, meist Personen die ins Foto gelatscht sind, entfernt haben oder mal ein Auto, das da rumstand, rausgemalt haben. Das funktioniert zwischenzeitlich mit 2 Klicks und man kann sich nur wundern, wie die KI die ausgeschnittenen Teile meist perfekt ergänzt. Da war früher eine aufwändige Fotobearbeitung notwendig und jetzt geht das in Sekunden.