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Freitag, 22. Mai 2026

22.05.2026 Sekkemo - Nordkjosbotn

Ein weiterer Wahnsinnsmorgen, leider vorerst der letzte.
Als wir aufgestanden sind, war der Fjord spiegelglatt und es war schon angenehm warm.

Diese Straße mussten wir dann nach dem Frühstück wieder hoch, was mit unserem Auto kein Problem ist. Ein Foto gibt die Steigung und die Spurrillen leider nicht wirklich wieder, aber für ein "normales" Fahrzeug ist das nicht fahrbar.
Wir haben den Platz wirklich ungern verlassen. Eigentlich müsste man an so einem Tag einfach stehen bleiben und die Sonne genießen. Andererseits sind in Norwegen die Fahrtstrecken das Highlight und das auch nur bei schönem Wetter. Also muss man sich entscheiden, sitzen bleiben und die schöne Route am nächsten Tag im Regen fahren.
Wir haben uns fürs Weiterfahren entschieden.
Leider mussten wir die hübsche Bank zurücklassen.
Auf der E6 ging es weiter immer an den Fjorden entlang. Wir hatten Tromsø als Ziel eingestellt und das Navi zeigte uns 278km an, so dass klar war, dass wir da heute noch nicht hinfahren werden. Es sollte aber anders kommen.
Ich weiß nicht, wie oft wir angehalten und Fotos gemacht haben. Die Landschaft ist so grandios, dass man gar nicht weiß, wohin man schauen soll. Ich hätte deshalb heute auch noch 100 Fotos mehr einstellen können, aber das schaut dann ja niemand mehr an.







Anstatt durch den Tunnel sind wir hier über den Kvænangsfjellet gefahren. Nur ein kurzer Umweg aber viel schöner als durch den dunklen Tunnel.







Unterwegs haben wir noch eingekauft und getankt. Die Kreditkarten funktionierten heute wieder.

Kurz vor Olderdalen meinte dann Tante Google, dass sie eine 8 Minuten schnellere Route gefunden hätte. Sie schlug vor die Fähre von Olderdalen nach Lyngseidet zu nehmen, was wir überhaupt nicht auf dem Schirm hatten, da Google gestern bei der Planung diese Route nie angezeigt hatte.
Wir sind also 8km später zum Fähranleger abgebogen, wo schon 3 von 5 Spuren belegt waren. Da wir unschlüssig waren, was wir machen sollen, sind wir auf die Seite gefahren und haben gegoogelt, ob die Route nach Tromsø über die E6, auf der wir waren, oder über die 91, also die mit der Fähre, schöner ist. Die KI meinte, dass die 91 "spektakulärer" sei. Da sie außerdem 90km kürzer ist, haben wir uns entschieden, die Fähre zu nehmen.

Bis wir das alles abgeklärt hatten, war die 4. Wartespur auch schon voll und wir haben uns in die letzte Reihe, die Nummer 5, vorne hingestellt. Und nun kam diese relativ kleine Fähre und es sah alles danach aus, dass wir da kein Platz mehr bekommen werden, zumal auf den anderen Spuren große Sattelschlepper, ein Bus und Fahrzeuge mit Wohnanhängern standen. 
Wie man sieht, hat es dann aber doch noch gereicht und wir wurden hinten noch reingequetscht. 3 PKW, die noch nach uns in die Wartespur gefahren waren, mussten allerdings auf die nächste Fähre warten, was rund 1 Stunde dauert.
Da das unsere erste Fähre in Norwegen war, waren wir mit den Abläufen nicht vertraut. Da wird beim Einschiffen nichts kontrolliert sondern lediglich die Kennzeichen erfasst. Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten:
Hat man sich nirgends registriert, wird über das Kennzeichen der Halter ermittelt und irgendwann kommt eine Rechnung nach Hause.
Wir haben uns aber schon im letzten Jahr, als wir es ja nicht bis Norwegen geschafft haben, bei "AutoPass for ferje" registriert und uns über die Fa. "Flyt" einen elektronischen Transponder bestellt, der auf dem Armaturenbrett klebt. 
Über den Transponder werden alle mautpflichtigen Strecken elektronisch erfasst und dann über Autopass abgerechnet. Das Autopass-Konto führt man als Guthabenkonto und da sind vom letzten Jahr noch 200 Euro drauf. Davon wird dann so lange abgebucht, bis nichts mehr da ist und dann erhält man eine Mitteilung, dass man das Guthaben wieder auffüllen soll. Der Vorteil dieser Variante ist, dass man für die Fährüberfahrten nur die Hälfte bezahlt. 
Was jetzt diese erste Fähre, die wir hier benutzt haben, gekostet hat, sehe ich allerdings nirgends. Die Abrechungen über Autopass erfolgen nur einmal im Monat und am Fährterminal ist nichts angeschrieben. Nach einer Internetrecherche kostet die Fähre um die 10 Euro, für uns also 5 Euro. Schauen wir mal.
Wenn man in Lyngseidet ankommt, führt die Straße rund 25 km durch ein Tal. Ob das nun schöner ist, wie die E6 am Fjord entlang, wo wir bis dahin die herrlichsten Ausblicke hatten, weiß wohl nur die KI.
Nach den 25km kommt man zum nächsten Fähranleger Lyngseidet - Tromsø. Hier war die Warteschlange sehr überschaubar, so dass die meisten Fahrzeuge, die vorher auf der Fähre waren, wohl auf der Halbinsel geblieben sind oder schon eine frühere Fähre genommen haben. 
Wir mussten hier ca. 15 Minuten auf die Fähre warten, was bei 18 Grad, Sonne und tollen Ausblicken kein Problem war.


Die Fähre kam pünktlich und das Ein- und Ausschiffen geht durch das System der Kennzeichenerfassung extrem schnell. 

Es vergehen maximal 10 Minuten zwischen dem An- und Ablegen. 
Auch auf dieser Fähre hatten wir nur tolle Ausblicke und das bei T-Shirt-Wetter.

Nach dem Fähranleger in Breidvik fährt man noch einige Kilometer, bevor man wieder auf die E6 kommt und nach rechts in Richtung Tromsø abbiegt. Nun hat uns unsere schludrige Reiseplanung eingeholt. 

Als ich gestern über Tromsø nachgelesen hatte, war mir die Stadt sofort unsympathisch. Wenig Sehenswürdigkeiten und eine Abzocke bei den Parkgebühren und überall Übernachtungsverbote. Wir hatten daher auf dem Plan, uns das kurz anzuschauen und dann noch ein Stück weiter zu fahren.
Die Anfahrt nach Tromsø war dann auch wieder schön, so wie überall auf der E6 zuvor.

Als wir da reingefahren sind, war diese Brücke in die Stadt wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Man muss dann noch 10km weiter am Fjord entlang fahren und kann einen Tunnel, der 102 Meter unter dem Meer durchführt, nutzen. 
Im Hafen lagen mehrere Kreuzfahrtschiffe, natürlich auch eines der Hurtigrouten.
Wir sind auf Höhe der gesperrten Brücke erstmal zur Eismeerkathedrale gelaufen, eines der Wahrzeichen von Tromsø. Warum die "Eismeer" heißt, weiß kein Mensch. Es ist einfach eine 1965 erbaute Kirche, die fast so wie die Kirche in Hammerfest aussieht. Sie kostet mal wieder 9 Euro Eintritt, den wir uns gespart haben, weil sie uns die Kirche vor der Nase zugeschlossen haben.

Wir sind dann von dort aus weiter in Richtung Tunnel gefahren und auf dem Weg war ein komplettes Verkehrschaos mit Stop and Go. Wir haben angehalten und waren unschlüssig, was wir machen sollen. Was wir von der Stadt auf der anderen Seite des Fjords sehen konnten, war nicht sehr ansprechend.
Unser nächstes Ziel ist ja Senja und der Routenplaner zeigte uns an, dass wir dazu die E6 zurückfahren müssen. 
Wir haben daher, bevor wir in den Tunnel gefahren sind, an einem Kreisverkehr gewendet und sind wieder zurückgefahren.
Erst später habe ich dann gesehen, dass wir auch durch Tromsø hätten durchfahren können und Senja dann mit mehreren Fähren auch erreicht hätten. 

Also, wie gesagt, liderliche Routenplanung.

Das blöde war, dass wir nun tatsächlich fast 30km bis zum Abzweig der 91, als wir von der Fähre kamen, zurückfahren mussten, wobei die Strecke auch von dieser Seite schön war.


Da auf den ersten 50km nach Tromsø nur hässliche Parkplätze direkt an der E6 kamen, sind wir bis Nordkjosbotn noch fast 70km gefahren, da ich hier in Park4Night einen Parkplatz am Fjord entdeckt hatte, der nur mit geländegängigen Fahrzeugen erreichbar ist.
Und hier stehen wir jetzt alleine und sind heute schon wieder viel mehr Kilometer gefahren, wie wir ursprünglich wollten, aber es war ein traumhafter Tag mit Eindrücken, die man nicht vergisst.

Während ich das schreibe, zieht der Himmel draußen langsam zu und für die Nacht ist etwas Regen angesagt. Jetzt schauen wir mal, wie das die nächsten Tage weiter geht und ob wir die Regentage überbrücken können.
Wie immer zum Schluss die Fahrtstrecke.


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