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Sonntag, 10. Mai 2026

10.05.2026 Björkö - Masku

Wir hatten eine sehr ruhige Nacht auf unserem Parkplatz vor dem Fähranleger und es hat auch niemand wegen unserer Übernachtung gemeckert.


Für unsere Verhältnisse sind wir zur nachtschlafenen Zeit um 7 Uhr aufgestanden, da wir ja die Fähre nach Iniö um 9.15 Uhr gebucht hatten. Wie man sieht ein wunderschöner Morgen bei 13 Grad.
Wir sind dann gegen 08.30 Uhr mit der kleinen Fähre übergesetzt und die 3 km zum Fähranleger gefahren Mossala Bryga gefahren, wo unsere gebuchte Fähre startete. Natürlich waren wir viel zu früh da und mussten noch 45 Minuten warten. Wir  hätten also problemlos eine halbe Stunde später aufstehen können.
Während wir da gewartet haben, trudelte die Fährmannschaft so nach und nach ein. Ich habe dann mal gefragt, ob das Vorbuchen der Fähre wirklich verpflichtend ist, wie es im Internet steht. Der Verantwortliche meinte dann, dass ich die Fähre auch hier hätte bezahlen können. Es sei lediglich besser, sie vorzubuchen, da es in 2 bis 3 Wochen, wenn die Saison beginnt, schon vorkommen kann, dass man keinen Platz mehr bekommt. 
Das Problem gab es heute nicht. Wie ich schon gestern bei der Buchung im Internet gesehen hatte, waren wir das einzige Fahrzeug und dabei blieb es auch. Nur ein einsamer Radfahrer kam noch uns ist mitgefahren. Also fast Privatfähre.

Die Überfahrt nach Iniö dauerte rund 50 Minuten und es war in der Sonne an Deck so warm, dass wir die ganze Zeit draußen stehen konnten.

Man umkurvt ständig irgendwelche Inselchen und Steinhaufen und von einem Meer merkt man nichts. Man hat eher das Gefühl, über einen sehr ruhigen See zu schippern.

Da die Fähre auch dieses Mal exakt um 09.15 Uhr abgefahren ist, waren wir gegen 10.05 Uhr in Iniö.
Von dort hätten wir direkt wieder eine Fährüberfahrt nach Keistiö machen können, hätten dann aber von dort auch wieder zurück hierher fahren müssen. Das haben wir uns geschenkt, weil Keistiö auch nur aus ein paar Häuschen besteht.
Wir sind also weiter in Richtung Skagen gefahren,  wo man nach wenigen Kilometern zur nächste Fähre kommt.
Auch diese Fähre, die nur ein kurzes Stück zwischen 2 Inseln bedient, war mit 3 Fahrzeugen noch relativ leer.



Wieder einige Kilometer weiter kam dann die Überfahrt nach Kustavi, die von einer relativ großen Fähre bedient wird. Hier war schon eine lange Schlange, als wir angekommen sind und die Fähre wurde nahezu voll. Diese Überfahrt dauert ebenfalls über 30 Minuten.

Während wir da gewartet haben, sprach mich ein Finne in deutsch an und wollte wissen, was wir hier machen. Als ich ihm gesagt habe, dass wir hier Urlaub machen, war er sehr erstaunt und meinte, dass das nicht oft vorkommen würde.
Seine guten Deutschkenntnisse kamen übrigens daher, dass er im Management von Lidl-Finnland tätig ist und seine Ausbildung in Neckarsulm gemacht hat. Er hat dann 5 Jahre lang die Lidl-Märkte im Baltikum aufgebaut und ist nun in Finnland. Natürlich hat man in dieser Position ein Wochenendhaus in den Schären, weshalb er auch gerade von einer der Inseln kam.
Das war nun die letzte Fähre auf der Schärenrundfahrt und ich weiß schon gar nicht mehr, ob es 7, 8 oder 9 waren. Auf jeden Fall haben wir nach der Ankunft der Fähre noch einen Abstecher in den Ort Kustavi gemacht, wo es allerdings nichts zu sehen gab.
Wir haben uns dann auf den Weg nach Turku gemacht, wobei wir die ausgeschilderte Schärenrundstrecke weitergefahren sind. Man hätte auch über eine große 4-spurige Straße nach Turku brettern können, aber die Hintenrumstrecken sind uns einfach lieber und da sieht man dann auch die hübschen Briefkästen.
Was uns auch sehr gut gefällt, sind die top-gepflegten in rot und weiß gestrichenen Häuser. Sogar die ganzen Bushaltestellen sehen so aus und sind immer in einem sehr gepflegten Zustand. Die müssen hier hektoliterweise Farbe jedes Jahr verpinseln, sonst würde das nicht so aussehen.



Auf dem weiteren Weg nach Turku haben wir noch einige kurze Stopps gemacht. Die Landschaft hier in den Schären erinnert mich in vielen Bereichen an die Türkei. Die bewaldeten Gebiete mit dem felsigen Untergrund findet man in der Ägais genauso, nur dass es andere Baumarten sind. Optisch sieht das nahezu gleich aus.
Circa 10 km vor Turku haben wir uns noch den Küstenort Naantali angeschaut. Sehr touristisch aber auch wirklich schön. Hier haben wir noch einen Kaffee getrunken, bevor wir gegen 15 Uhr weiter nach Turku gefahren sind.





Auf dem Weg nach Turku haben wir zum ersten Mal hier getankt, als wir eine Tankstelle mit Diesel für 2,12 € entdeckt haben. Das war der bislang günstigste Preis, den wir hier gesehen haben und das haben wir ausgenutzt.

In Turku haben wir einen kostenlosen Parkplatz entlang der Straße direkt am Fluß Aurajoki ergattert und sind von da aus die 1,5 km in die Innenstadt gelaufen.
Eigentlich hatten wir die Stadtbesichtigung erst für morgen geplant. aber der Parkplatz war nicht optimal, um da im Auto sitzen zu bleiben. Außerdem war es so schönes Wetter und auch warm, so dass wir uns entschlossen haben, noch eine Runde durch die Stadt zu drehen.
Turku war ja bis 1812 finnische Hauptstadt, bevor die Russen die Hauptstadt nach Helsinki verlegt haben. Bei einem großen Brand im Jahr 1827 wurde die Stadt zu 75% zerstört, weshalb es auch nicht sehr viele historische Gebäude gibt.
Das hat unseren Stadtrundgang erheblich beschleunigt, da es nicht so viel zu sehen gab. Ab und zu ein altes Gebäude aber ansonsten überwiegend moderne Bauten. Außerdem ist die ganze Stadt eine einzige Großbaustelle. 

Das ist in Finnland wirklich auffällig. Überall wird wie verrückt gebaut, obwohl die Infrastruktur gefühlt jetzt schon deutlich besser ist als bei uns. Finnland hat ja nur 5,6 Mill. Einwohner und damit ca. 18 Bewohner je km², während das bei uns 240 Bewohner je km² sind. Man hat zumindest hier im Süden trotzdem nicht den Eindruck, dass es größere unbewohnte Gebiete gibt. Man sieht eigentlich immer irgendwo ein Haus, aber das nächste Haus ist halt einige hundert Meter entfernt und steht nicht direkt daneben.
Zurück zum Rundgang durch Turku. Wie gesagt, es gibt nur wenige schöne, alte Gebäude und ich denke, wir haben die meisten davon gesehen.
Hier z.B. das wirklich schöne Museum....


... wo drumrum noch diese...
....und diese "Kunst" steht.

In der Fußgängerzone haben wir dann bei einem Italiener etwas gegessen, der allerdings tatsächlich sehr chinesisch ausgesehen hat. Das Essen war aber ok und die Preise angemessen. Auf das Trinken von Wein verzichtet man hier gerne, da 12,5cl meist so zwischen 9 und 15 Euro kosten.

Da uns der Platz am Fluß für eine Übernachtung nicht gefallen hat, haben wir uns entschlossen, noch ein paar Kilometer aus Turku rauszufahren. Zuvor wollten wir allerdings noch die Burg anschauen.

Da es zwischenzeitlich schon 18 Uhr war sagte uns Frau Google, als wir das Ziel eingegeben haben, dass die Burg schon geschlossen ist. Das war uns egal, weil wir sie ja sowieso nur von außen anschauen wollten.
Was dann passiert ist, wollte ich gar nicht glauben. Es ist wie ein Fluch.

Wir fahren also zur Burg und sind um 18.30 Uhr, 1,5 Stunden nach der Schließung, da. Nun denkt man ja, um diese Zeit ist man alleine aber weit gefehlt.
Als wir da ankamen, hielten gerade 2 riesige Reisebusse und da purzelten ca. 100 Leute mit Epikanthus-Falte, Mundschutz und Hütchen raus.
Ihr könnt euch denken, wie lange es dauerte, bis wir ein paar Bilder ohne Menschen machen konnten. Bis da alle Grimassen abgearbeitet waren, dauerte es eine ganze Weile aber es ging dann schließlich doch.

Nun wollten wir auch noch an den Dom, damit wir Turku vollständig abgearbeit haben. Google lotste uns da 5 km durch die Stadt, bis wir hier in einem Gebiet mit riesigen Wohnblocks standen. Das Gebiet heißt leider Dom und Google hat das wohl falsch verstanden.
Interessant war da allerdings, dass auf den riesigen Parkplätzen vor den Wohnhäusern an jedem Parkplatz eine Stromsäule steht. Wäre das bei uns der Fall und die Leute hätten auch noch alle Elektroautos, würde das Licht ausgehen.
Wir haben dann festgestellt, dass es in Turku gar keinen Dom gibt, sondern das Internet damit die Kirche meinte, die weiter oben auf einem der Fotos zu sehen ist.

Da es nun schon 19.30 Uhr war reichte es auch für heute. Wir sind noch ca. 10km aus der Stadt bis hierher an den See bei Masku gefahren und hier bleiben wir heute Nacht.
Ein wirklich nettes Plätzchen und ein Naherholungsgebiet für die Leute aus der Umgebung. Die sind jetzt um 21.30 Uhr allerdings alle verschwunden und der Platz gehört uns alleine.
Und zum heutigen Abschluss noch die Route von heute, wobei die gesamte Schärenrundfahrt auf dem Screenshot zu sehen ist.
 

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