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Dienstag, 5. Mai 2026

05.05.2026 Pärnu - Tallinn

Gestern Abend hatten wir noch einen tollen Sonnenuntergang über dem Fluß Pärnu, den ich allerdings etwas spät entdeckt habe, als der Feuerball schon fast verschwunden war.
Heute Morgen war es mit 10 Grad dann wieder recht frisch trotz Strahlesonne. Das liegt hier einfach am Wind. Ist es windstill, ist es richtig warm. Im Moment haben wir aber wieder einen böigen Nordwind und das ist dann einfach etwas ungemütlich. 
Nach einer letzten heißen Dusche auf dem Campingplatz sind wir gegen 10 Uhr in Richtung Tallinn aufgebrochen.
Es ging hier über die Brücke aus Pärnu raus zunächst auf die A4, die aber wieder mit den vielen LKW sehr nervig war.
Wir sind dann bei Are auf die vermeintlich kleine 203 abgebogen. Die ist zwar recht klein, allerdings waren hier wahnsinnig viele Muldenkipper unterwegs.

Überall waren riesige Baustellen im komplett sumpfigem Gebiet in den Wäldern und wir sind der Sache mal auf den Grund gegangen. 
Hier wird eine Hochgeschwindigkeitszugverbindung zwischen Warschau und Tallinn quer durch die Wälder gepflügt, die von der EU stark gefördert wird, da man sie als strategische Strecke betrachtet, um ggf. militärisches Gerät ins Baltikum zu bringen. Die EU zahlt 85% der Baukosten, die ursprünglich mal auf 3,8 Milliarden geschätzt wurden. 2018 war man bei 5,7 Milliarden und als 2024 die ersten Teile abgerechnet wurden, waren die Kosten schon bei 15.3 Milliarden, was rund 26 Millionen für einen Kilometer Schienen bedeutet. Nur falls sich jemand von euch fragt, wo das Steuergeld geblieben ist.
Die Baustellen waren dann aber kein Problem und außer den großen Muldenkippern, die im Konvoi Kies zur Befestigung des Untergrunds herankarrten, war auf der Straße nichts los.

Es gab allerdings auch kaum was zu sehen. Wir sind die meiste Zeit nur durch kleine Dörfer gefahren, die hier sehr ordentlich und aufgeräumt wirken. 
Rapla war mal ein bisschen größer und hier haben wir kurz an der Kirche gestoppt und ein Bild gemacht.

Kurz danach und ca. 40 km vor Tallinn kam auf dem weiteren Weg eine für hiesige Verhältnisse günstige Tankstelle mit einem Literpreis von 1,89 €. Da wir in Finnland mit deutlich höheren Spritpreisen rechnen müssen, wollte ich die Karre noch einmal volltanken. 
Blöd war nur, dass der Wind an der Tanke sehr kräftig von hinten geblasen und die Zapfpistole dann nicht bzw. sehr verzögert abgeschaltet hat, als der Tank voll war. Es kam also ein voller Schwaps aus der Tanköffnung und der Wind sorgte dafür, dass ich mit dem überschüssigen Diesel geduscht habe. Eingesaut von der Jacke bis zur Hose inklusive Armbanduhr und was weiß ich noch.

Ich habe dann gedacht, ich kann so noch weiterfahren, aber nach wenigen Kilometern war der Geruch nicht mehr auszuhalten und ich musste mich neu einkleiden. Die Stinksachen wurden in der Stauklappe deponiert, um nicht die gesamte andere Schmutzwäsche zu kontaminieren.


Gegen 13.30 Uhr kamen wir in Tallinn an und sind hier ganz in der Nähe des Fährhafens auf einen Stellplatz gefahren, der nahezu leer ist. Man kann hier nur über die Sanpp-App bezahlen, die ich mir erst herunterladen musste. Die Menüführung war zum Glück in deutscher Sprache, weil mein estnisch leider noch im rudimentären Stadium steckt.
Der Platz kostet für ein Wohnmobil 8,50 €/pro Tag und das ist für hiesige Verhältnisse günstig. Die Parkplätze direkt in der Stadt kosten bis zu 30 Euro.
Vom Parkplatz aus ist man in wenigen Minuten in der Altstadt von Tallinn. Wir sind bei dem schönen Wetter direkt nach der Ankunft losmarschiert und haben eine Stadtrunde gedreht. Leider hatten wir am Anfang ständig Gegenlicht, was schönen Fotos leider nicht so zuträglich ist.

Ansonsten gibt es zur Altstadt nicht viel zu sagen. Schaut euch einfach die Bilder an.




























Gegen 17 Uhr sind wir wieder zurück zu unserem leeren Parkplatz gelaufen. Insgesamt ist die Altstadt hier nicht so beeindruckend wie in Riga. Die alte und die neue Stadt sind hier sehr verzettelt und da hat auch Vilnius die Nase vorn, wo das alles etwas kompakter ist.
Wir sind dann noch zum Fährterminal gelaufen und haben bei Eckerö Line ein Fährticket für morgen um 12 Uhr nach Helsinki gebucht. Es gibt hier täglich von 3 verschiedenen Fährlinien mindestens 12 Verbindungen nach Helsinki und die Preise schwanken je nach Auslastung stark. Da wir nichts vorgebucht hatten, mussten wir jetzt 155 Euro bezahlen. Einen Tag später hätten wir auch für 125 Euro fahren können, aber es lohnt sich ja nicht, dafür einen Tag im Hafen rumzusitzen.
Jetzt verbringen wir die Nacht hier auf dem Parkplatz, tanken morgen früh nach dem Frühstück die Karre nochmal randvoll (hoffentlich ohne sabbern) und um 11 Uhr müssen wir am Fährhafen sein. 

Mit Zigaretten muss ich mich auch noch eindecken, weil die in Finnland mit 12 Euro je Packung unbezahlbar sind. Ein bisschen Alkohol nehmen wir dann auf der Fähre noch mit.

Nachdem wir bisher auf heimischen Preisniveau oder teilweise eher günstiger unterwegs waren, kommen jetzt ein paar harte Wochen in Skandinavien mit satten Preisen auf uns zu.

Hier zum Schluss noch die heutige Route.

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