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Sonntag, 26. April 2026

26.04.2026 Vilnius-Rumšiškės

Heute Morgen hatte es 2 Grad und einen sehr stürmischen eiskalten Wind, der sogar die Gläser von den Tischen fegte.

Gestern mussten wir bei der Einreise unsere Uhren wieder 1 Stunde vorstellen (also eigentlich deutsche Winterzeit). Wir sind dennoch um 8 Uhr - sprich 7 Uhr- aufgestanden, was eigentlich zu früh für uns ist. Allerdings haben wir draußen Sonnenschein gesehen und da für heute eigentlich sehr trübes Wetter angesagt war, wollten wir das vermeintlich schöne Wetter nutzen. 
In der Rezeption gab es frischgebackene Croissants und nach dem Frühstück sind wir gegen 09.30 Uhr in die Innenstadt von Vilnius gelaufen. Vilnius ist die Hauptstadt Litauens und mit 611.000 Einwohnern die größte Stadt im gesamten Baltikum. Wenn man die Geschichte der Stadt nachliest, wird man in die Gegenwart katapultiert, da die Russen hier u.a. 1918 einmarschiert sind und eine Litauische Sozialistische Sowjetrepublik proklamierten, eigentlich sehr ähnlich wie aktuell in Donezk und Luhansk.

Die Stadt hat so viele prächtige Gebäude, dass wir gar nicht wussten, welche Bilder wir hier einstellen sollen. Es sind eigentlich schon zu viele, aber weniger geht nicht, wenn man einen Eindruck von der Stadt bekommen möchte.


Während unseres Rundgangs hatten wir so ziemlich jedes Wetter. Es wechselte im Minutentakt zwischen strahlender Sonne und Graupelschauer. Das einzige konstante war der richtig böse kalte Sturm.


Wir haben es nicht auf Kirchen abgesehen, aber in Vilnius schafft man es kaum, ein Bild ohne eine Kirche zu machen. Die Stadt wird auch als "Rom des Ostens" bezeichnet, weil alleine in der Innenstadt über 50 Kirchen in allen Größen stehen.








Ich denke, man sieht es an den Bildern sehr gut, wie sich der Himmel alle paar Minuten veränderte.











Nach etwas mehr als 2 Stunden und 8km waren wir durchgefroren und sind zurück zum "Campingplatz" gelaufen, der sich auf der anderen Seite dieser Tümpel befindet, um uns erstmal mit einen Kaffee wieder aufzuwärmen.

Das ist unser "Underground-Platz" beim Downtown Forest Hostel.
Das Hostel wird von jungen Leuten stark frequentiert und wir waren mit Abstand die ältestesten Besucher hier.
Im Sommer, wenn es etwas mehr als 2 Grad hat, könnte man hier hinter dem Camper sicher schön raussitzen, aber bei 2 Grad, ich weiß nicht.
Das Gebäude sieht abgehalftert aus, aber es ist trotzdem alles recht ordentlich. Die Duschen sind sauber und heiß und am Morgen gibt es ab 08.30 Uhr kostenlosen Kaffee.
Normalerweise muss man um 11 Uhr weg sein, aber die Rezeptionistin meinte, wir können auch später wegfahren, Camper seien im Moment eh nur sehr wenig unterwegs.
Dadurch konnten wir uns wenigstens weitere 42 Euro Stellplatzgebühr sparen.
Gegen 13.30 Uhr sind wir in Richtung Kaunas weggefahren. Das Navi hat uns über die riesige E85 aus er Stadt gelotst, was etwas nervig war. Das ist eigentlich eine Autobahn und das will ich nicht fahren. Wir sind daher einige Kilometer hinter Vilnius auf kleine Nebenstraßen abgebogen, wobei man alle paar Kilometer an irgendwelchen Seen vorbeikommt.
Zunächst sind wir nach Trakai gefahren, um die Wasserburg zu besichtigen. Beobachtet mal den Himmel auf diesem und den nächsten Bildern.


Der Eintritt in die Burg kostet normalerweise 14 Euro, war heute allerdings frei, was wir vorher nicht wussten. Erst durch eine Google-Recherche haben wir erfahren, dass landesweit alle Museen und Sehenswürdigkeiten am letzten Sonntag jeden Monats freien Eintritt haben.

Die Wasserburg Trakai liegt auf einer Insel im Galvesee und wurde in der 2. Hälfte des 14 Jahrhunderts erbaut. Sie war natürlich immer mal wieder Schauplatz von irgendwelchen militärische Auseinandersetzungen, sei es mit den Kreuzrittern oder später mit den Russen.

Hier ein kleiner Burgrundgang.








Zwischen dem Bild, als wir über diese Brücke oben gelaufen sind und dem Bild hier, lagen vielleicht 2 Minuten.

Wir sind bei dichtem Schneetreiben mit eigezogenem Genick zum Auto zurück und mussten aufpassen, dass es uns nicht von der Brücke bläst.
Den Blümchen sind diese Wetterkapriolen ziemlich egal.
Wir sind dann weiter durch kleine Dörfer in Richtung Kaunas gefahren. Hier sieht man mal die typischen Holzhäuser, die in allen Dörfern hier zu finden sind. Die meisten sind in keinem guten Zustand und schon ziemlich heruntergekommen.
In diesen kleinen Dörfern, auch wenn sie nur aus ein paar Holzhäusern bestehen, gibt es fast immer eine völlig überdimensionierte Kirche, so wie hier in Semeliškės.
Warum jetzt ein Friedhofsbild?

Schon kurz nach dem Grenzübertritt nach Litauen ist uns gestern aufgefallen, dass sich entlang der großen Hauptstraßen immer wieder Friedhöfe direkt neben dem Straßenrand befinden und weit und breit kein Ort in der Nähe ist. Das hat sich heute so fortgesetzt und als wir aus Vilnius rausgefahren sind, kam uns ein Autokorso entgegen. Im ersten Fahrzeug hing in der Frontscheibe ein Bild der Verstorbenen und die anderen Beerdigungsteilnehmer fuhren mit Warnblinklicht im Konvoi hinterher in die Prärie. Offensichtlich wollen die ihre Toten nicht in der Nähe haben, sondern fahren sie auf die grüne Wiese.


Wir haben uns dann entschlossen, noch einen Abstecher nach Rumšiškės zu machen und hier das Freilichmuseum zu besuchen. Auf dem Weg dahin schneite es mal wieder und hinter der nächsten Kurve schien die Sonne. Wärmer als 6 Grad wurde es aber den ganzen Tag über nicht.
Das Freilichmuseum hier soll ein Vogtsbauernhof XXL mit mehr als 100 Gebäuden sein. Da das Museum um 16 Uhr schließt, haben wir uns in der Nähe auf diesen Parkplatz gestellt und übernachten hier.
Neben dem Parkplatz stehen diese Holzkirche und einige weitere Gebäude und direkt unterhalb ist der Kaunasser Stausee. Vermutlich wurde diese Kirche hier oben wieder aufgebaut, als durch die Aufstauung 45 Dörfer umgesiedelt werden mussten und u.a. auch die Kirche von Rumšiškės ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde.

Während ich jetzt diesen Blog geschrieben habe, sah der Himmel die meiste Zeit so aus, wie auf den beiden Bildern darüber.
Aber dazwischen kam auch mal wieder für 2 Minuten eine dunkle Wand und hüllte uns in eine zarte weiße Decke. 

Ein Reiseteilnehmer (und der andere Reiseteilnehmer tut nur so cool als würde ihm das nichts ausmachen....😊) bekommt da etwas Wehmut, da sie immer meint, sie müsste das Wetter zu Hause googeln und da was von 22 Grad lesen. Ich weiß nicht, was das soll, 2 Grad sind doch nur 20 weniger, also Peanuts. :-)




Und zum Schluss noch die heute Strecke, nachdem ich nicht vergessen habe, den Tracker einzuschalten.

Dazu gibt es aber auch noch ein Story:

Seit wir zu Hause losgefahren sind ist mir aufgefallen, dass das Handy immer extrem warm wird und der Akku unheimlich schnell leer ist. Da ich den Tracker im Verdacht hatte, habe ich ihn am Abend ausgeschaltet und daher auch schon 2 Mal vergessen, ihn am Morgen wieder einzuschalten.

Heute lesen wir nun im Netz, dass Samsung bei den Modellen S24 und S25 - genau die beiden, die wir dabei haben - mit dem April-Update Mist gemacht hat und es zu genau den Problemen führt, die wir haben. Heißes Telefon und sehr hoher Akkuverbrauch.
Dieses Update haben wir am Vorabend der Abreise installiert und kriegen wir das nicht mehr los und Samsung bietet auch noch kein neues Update an. Also müssen wir jetzt wohl bei jeder Wanderung, die über 2 Stunden geht, die Powerbank mitschleppen, damit unsere Geräte mit Strom versorgt werden können.
Die spinnen, die Koreaner. Hätten sie ja vorher mal testen können.


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