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Donnerstag, 23. April 2026

23.04.2026 Warschau - Olsztyn (Allenstein)

Als wir vor 2 Tagen in Warschau angekommen sind, habe ich den netten Rezeptionisten auf dem Campingplatz gefragt, ob er die Ford-Händler am Ort abtelefonieren und fragen könnte, ob mir jemand diese dämliche Dichtung einbaut. Immerhin ist hier in Warschau der Hauptsitz von Ford in Polen und auch das Zentrallager, so dass die Ersatzteilbeschaffung hätte funktionieren müssen. 
Es scheiterte dann auch nicht am Ersatzteil sondern am Willen der Werkstätten. 3 haben sofort abgesagt und gemeint, sie hätten absolut keine Zeit und der größte Händler versprach, bis gestern Abend zurückzurufen. Auf den Anruf warten wir allerdings immer noch. Wahrscheinlich hat er versehentlich den Zettel mit der Telefonnummer verlegt. 😉

Wir haben uns dann gestern am späten Abend kurzfristig entschieden, unsere Reiseroute noch etwas zu verlängern und nicht den direkten Weg nach Vilnius sondern den ca. 130km längeren Weg über die Masurische Seenplatte zu nehmen. Nachdem daurch klar war, dass wir heute in Richtung Olsztyn fahren, habe ich den dortigen Ford-Händler mit dem bekannten Problem angeschrieben. Man soll schließlich nie aufgeben und es geschah ein Wunder. Heute Morgen kurz nach 8 Uhr rief eine sehr freundliche Dame an und meinte, dass das alles kein Problem sei. Sie erkundigte sich, wann wir denn gerne kommen möchten und wir haben uns auf Freitagvormittag geeinigt. Ich werde dazu weiter berichten.


Da nun definitiv klar war, dass wir nach 
Olsztyn wollen, haben wir uns nach dem Frühstück auf den Weg gemacht. Beim Bild der heutigen Reiseroute fehlt mal wieder das erste Stück ab Warschau, weil ich wieder vergessen habe, die Tracking-App einzuschalten.

Wie man sieht, hatten wir wieder fantastisches Wetter, wobei der Wind gegenüber den letzten beiden Tagen noch einmal deutlich zugenommen hat. Trotz des sonnigen Wetters und bis zu 17 Grad, ging es heute ohne Jacke nicht, weil der Wind eiskalt war.
Unseren ersten kurzen Stopp in Nieporęt (Neu-Tilbeck) gemacht. 
Das gehört bereits zur Masurischen Seesplatte und auf dem weiteren Weg fuhren wir an unzähligen weiteren Seen vorbei.
In Pułtusk haben wir eine kleine Runde durch die Stadt gedreht.

Das "Denkmal" hier war witzig. Da läuft laute Musik, als ob der Künstler tatsächlich spielt.
Das Denkmal ist Krzysztof Antoni Klenczon gewidmet, der in Polen wohl ein ziemlich berühmter Komponist und Songwriter war und 1981 bei einem Autounfall in den USA tödlich verunglückte.
 

Pułtusk ist eine weitere sehr aufgeräumte und schöne polnische Kleinstadt. Wir waren bisher einfach überrascht, wie schön und sauber die Städte sind. 







Nach unserem Spaziergang in Pułtusk ging es über kleine Nebenstraßen weiter in Richtung Olsztyn. Da gab es nur einige kleine Dörfer ohne irgendwelche Gaststätten und dann kam mitten zwischen 2 Dörfern im Niemandsland dieser riesige Hotelschuppen mit Ballsaal und was weiß ich noch.

Hier haben wir unseren Kaffeestopp eingelegt. Wir haben Käsekuchen und einen Apfelstrudel bestellt und jedes Dessert für sich war ein Vollmahlzeit, so groß waren die Portionen.

In dem Zusammenhang noch einmal eine Info zu den Preisen. Kaffee, Cappucino etc. kosten im Schnitt zwischen 3 und 4 Euro, also ähnlich wie zu Hause. 
Die Desserts lagen hier jetzt bei ca. 7 Euro, was in Anbetracht der Portionen eher günstig war. 

Wir haben dann heute auch noch im Lidl hier eingekauft und da waren die Preise auf Heimatniveau und keinesfalls günstiger als zu Hause.
Als wir nach dem Kaffeestopp weitergefahren sind, tanzten diese Rehe direkt am Straßenrand rum. Da wir keine Lust haben, schon wieder in Polen zu stranden, sind wir den weiteren Weg durch das Waldstück sehr vorsichtig gefahren.
Diese Fahrweise ist den Polen allerdings fremd. Wenn man hier im 70er-Bereich mit 70km/h fährt, wird man als rollendes Verkehrshindernis betrachtet und sie schießen mit 140 km/h vorbei. 
Wir haben dann noch ein paar Mal kurze Stopps an irgendwelchen Seen ....
...und in kleinen Dörfern gemacht.

Gegen 16.30 Uhr sind wir in Olsztyn angekommen und erstmal zum Ford-Händler gefahren. 
Ich wollte mich davon überzeugen, dass das kein Fake ist aber die haben, obwohl das ein großer Laden ist, alle Bescheid gewusst und gesagt, sie würden unser Auto morgen reparieren.
Sie haben uns dann sogar noch eine Empfehlung gegeben, wo wir übernachten können und uns an den Krzywe Lake in der Nähe der Stadtmitte geschickt.
Hier haben wir einen tollen kostenlosen Stellplatz direkt am See, der zu einem Hotel gehört. Ich habe an der Rezeption gefragt, ob wir da stehen bleiben können und die sehr freundliche Rezeptionistin meinte, dass das überhaupt kein Problem sei.

Diese Freundlichkeit erleben wir hier jetzt, seit wir in Polen sind. Die Leute sind extrem hilfsbereit und man muss einige Vorurteile, die man vielleicht hatte, über Bord werfen. 
Vom Stellplatz aus sind wir am Abend noch auf die andere Seite des Sees ins Restaurant Plankton gelaufen und haben hier für 34 Euro mit 2 Gläsern Wein lecker gegessen.

Olsztyn oder früher Allenstein war von 1818 bis 1945 Teil von Ostpreußen und deutsch. Nach dem ersten Weltkrieg gab es eine Abstimmung, ob man weiter zu Deutschland oder zu Polen gehören will und es gab eine überwältigende Mehrheit für Deutschland. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde dann nicht mehr gefragt und 1946 wurden die ganzen Deutschen in einer konzertierten Aktion aus der Stadt gejagt.
Jetzt noch ein Bild vom schönen Sonnenuntergang am See und morgen früh geht es dann zum Ford-Händler.

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