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Mittwoch, 13. Mai 2026

13.05.2026 Keuruu - Kuopio

Wie man sieht, war das Regenwetter, wie vorhergesagt, heute Morgen noch nicht verschwunden.

Die Nacht auf dem Parkplatz war absolut ruhig, zumal auch auf der vorbeiführenden Straße kaum ein Auto fährt.
Da der Regen bis zum Nachmittag anhalten sollte, haben wir uns entschlossen, heute auf Walddurchfahrten zu verzichten und über die geteerten Straßen Strecke in Richtung Norden zu machen.
Wenige Kilometer hinter Keuruu kam auf 23 eine mehrere Kilometer lange Baustelle mit einer interessanten Verkehrführung. Man mus anhalten und warten, bis das Lotsenfahrzeug kommt und fährt dann im Konvoi durch die Baustelle. Die haben wohl Angst, dass manche Halbhirne auf den frischen Teerbelag fahren und sie nochmal von vorne anfangen können.
Auf dem weiteren Weg haben wir ab und zu, wenn man von der Straße aus etwas gesehen hat, kurze Stopps eingelegt. Jedes Mal, wenn wir ausgestiegen sind, fing es wieder an zu regnen. Das Wetter wollte uns heute nicht draußen sehen.

Die 23 führt die meiste Zeit nur an kleinen Dörfern vorbei. Die einzige größere Stadt mit 150.000 Einwohnern war Jyväskylä, wo wir kurz vor Mittag waren. Es ist eine Universitätsstadt, in der es nicht wirklich was zu sehen gibt. Außerdem hatten wir bei dem Regen keine Lust, durch die Stadt zu rennen und sind weiter in Richtung Kuopio gefahren.
Gegen 13 Uhr hörte es auf zu regnen, weshalb wir uns bei unseren Pausen auch mal länger die Beine vertreten konnten.

Hinter Jyväskylä standen dann Kühe auf der Weide. Das ist natürlich keine Sensation aber es war tatsächlich das erste Mal hier, dass wir, außer ab und zu mal einen Gaul, Tiere auf einer Weide gesehen haben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es im Süden überwiegend Schweinehaltung gibt und die sind in den Ställen. In der Mitte, wo wir aktuell sind, gibt es zwar überwiegend Rinderhaltung, aber die sind wohl auch in die Ställe verbannt.

Gegen 13 Uhr wollten wir dann mal irgendwo einen Kaffee trinken, haben aber absolut nichts vernünftiges gefunden. Hier in Konnevesi haben gab es zwar eine Kneipe, die aber ziemlich schäbig war. Außerdem gibt es in der Provinz hier keine vernünftigen Kaffeemaschinen mehr, sondern man bekommt nur die aufgebrühte Plörre aus den Warmhaltekannen. 

Interessant war lediglich, dass selbst hier in der tiefsten Provinz auf jedem Parkplatz mindestens 4 bis 6 Stromladestationen stehen. Finnland ist da definitiv deutlich weiter als wir und es erklärt auch, warum hier zwischenzeitlich rund 56% aller Neuzulassungen E-Fahrzeuge sind.
Wir haben es dann ein paar Kilometer weiter an einem See versucht, weil da auch ein Kaffee angeschrieben war, aber das war zu.
Also noch ein paar Kilometer weiter nach Rautalampi. Da gab es ein Lokal, das allerdings ziemlich voll war und ein schrecklicher Karaokesänger am hellichten Tag so schräg gesungen hat, dass es nicht zum Aushalten war.

Wir haben uns deshalb darauf beschränkt, einige Fotos in Rautalampi zu machen und sind bis zum nächsten See weitergefahren. 

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Bis zum nächsten See heißt hier in der Gegend maximal einen Kilometer, weil man bei den 25000 Seen in Finnland eigentlich fast immer an irgendeinem See entlangfährt.

Hier haben wir unsere eigene Kaffeemaschine angeworfen und ein Brioche gegessen, dass wir gestern im Lidl ergattert haben.

Zwischenzeitlich wurde der Himmel langsam blau und es wurde weiterhin wärmer. Als wir nach der Kaffeepause losgefahren sind, hatte es 18 Grad.
Kurz vor Kuopio haben wir dann doch noch ein hübsches Kaffee gefunden, das wir nun allerdings nicht mehr gebraucht haben. Also haben wir uns auf Fotos davon beschränkt.


Gegen 16 Uhr waren wir in Kuopio und sind auf einen Parkplatz in der Innenstadt gefahren. Hier bleiben wir heute Nacht auch stehen, weil es keine Beschränkungen gibt.

Vom Parkplatz aus sind es 600 Meter bis zum Marktplatz, wo man als erstes auf diese schöne Markthalle trifft.


Gegenüber auf dem Platz steht das historische Rathaus und das war es dann auch schon so ziemlich. Die restlichen Bauten um den Marktplatz herum sind große Shoppingcenter, die allesamt neu erbaut wurden.


Die Kirche ist vielleicht noch etwas älter. 
Vom Parkplatz aus sieht man den Kallavesi-See.

Die Kernstadt von Kuopio liegt auf einer Halbinsel des Kallavesi-Sees.
Die Stadt hat 125.000 Einwohner und gehört damit auch zu den 10 größten Städten in Finnland.

Während wir da rumgelaufen sind, hatte es 20 Grad und es war tatsächlich das erste Mal auf unserer Reise, dass wir die 0-10er-Temperaturen verlassen konnten.

Hier dann noch, wie immer, die Route von heute.


Tampere haben wir übrigens bewusst umfahren. Es ist eine riesige Stadt mit nur wenig Sehenswürdigkeiten und bei den vielen Hauptstädten, die wir schon abgelaufen sind, hatten wir auf eine weitere Großstadt keine Lust mehr. 


Und vielleicht auch noch witzig. Wenn man so in der Gegend rumfährt und Zeit hat, kommen ab und zu seltsame Fragen auf und die klärt man dann. So tauchte heute die Frage auf, warum alle skandinavischen Länder Königshäuser haben nur Finnland nicht.

Und tatsächlich hatte Finnland 1917 einen zaghaften Monarchieversuch unternommen, indem sie Friedrich Karl von Hessen zum König gewählt haben. Allerdings wurde er nie gekrönt, da Deutschland 1918 noch vor dem Krönungstermin den 1. Weltkrieg verloren hat und damit ein Deutscher raus aus der Nummer war.

Danach hat man das mit dem Kinni sein lassen und es einfach bei einer parlamentarischen Republik belassen.


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