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Samstag, 16. Mai 2026

16.05.2026 Pudasjärvi - Rovaniemi

Der Sonnenuntergang war gestern Abend noch spektakulär. Das hatte sich durch die dünnen Wölkchen so angekündigt und es gab dann über Stunden ein unheimliches Farbenspiel.
So ein Sonnenuntergang ist hier völlig anders, als am Meer, wo die Sonne in wenigen Minuten am Horizont verschwunden ist.

Hier steht sie ewig lange knapp über dem See und geht dann langsam unter und dann brennt der Himmel ewig lange. Die Bilder hier wurden zwischen 22 Uhr und 23.30 Uhr gemacht und als ich um 2 Uhr nochmal rausgeschaut habe, war es immer noch rot am Horizont. Kurz nach 3 Uhr geht die Sonne dann sowieso wieder auf, d.h. es wird nicht mehr richtig dunkel.

Vor allem die Lila-Töne, in die der See getaucht wurde, waren ganz unwirklich.

Heute Morgen war es dann leider, wie angekündigt, wieder ziemlich grau und während des Frühstücks fing es an zu tröpfeln.
Wir sind dann mal in Richtung Rovaniemi losgefahren. In dieser Richtung sah der Himmel noch deutlich besser aus und nach 30 km waren wir dem Regen vorerst entkommen.

Nun trabte auch endlich mal ein Rentier über die Straße, auf die wir nun wirklich lange warten mussten.


Die Viecher sind völlig entspannt, haben überhaupt keinen Fluchttrieb und trotten deshalb auch völlig angstfrei auf die Straße.
Gegen 12 Uhr waren wir in Ranua, wo es außer einigen Häusern und Tankstellen nichts zu sehen gab. Am Ortsausgang liegt allerdings das Ranua-Ressort, wo es u.a. einen Wildlife-Park gibt. Wir haben gezahnt, ob wir den Eintrittspreis von 24,50 € pP (Senioren) bezahlen sollen, weil es auch hier schon sehr nach Regen ausgesehen hat. Wir sind dann aber trotzdem reingegangen und um es vorwegzunehmen, es blieb bis kurz nach 15 Uhr trocken und da waren wir wieder kurz vor dem Ausgang. Also alles richtig gemacht.
Das Fotografieren ist da sehr schwierig. Vor allen Gehegen sind engmaschige Zäune oder die Gehege sind teilweise so riesig, dass man die Tiere in der hintersten Ecke kaum sieht. Trotzdem konnten wir viele Viecher, die man in freier Wildbahn kaum zu sehen bekommt, gut beobachten.

Ein Problem war sicher auch, dass es Mittagszeit war und die meisten Tiere gerade Siesta hielten. 

Es fing mit den Ottern an, die sich gar nicht blicken ließen, dann kamen die Biber hier und danach noch verschiedene Gehege, in denen alle möglichen Zwergmäuse waren und dann kamen die Marder. Da gab es keine vernünftigen Fotos.

Die Wegführung ist wirklich schön gelöst. Man läuft immer auf solchen Holzstegen und muss nicht im matschigen Wald rumlaufen.
Dann kam eine ganze Reihe Gehege mit allen möglichen Eulen- und Adlerarten. Oft standen wir 2 Minuten vor den Gehegen und haben die Viecher gesucht, bis wir sie irgendwo oben im Baum entdeckt haben.

Hier eine Schneeeule.


Die weiteren Eulen und Uhus erklärte ich jetzt nicht, weil ich es mir nicht gemerkt habe und vermutlich nur Falschinformationen posten würde. Schaut euch einfach die Bilder an.








Dann kam wieder größeres Getier, hier die Wildsauen....
...und die Ursus maritimus, genannt Eisbären.

Warum schreib ich das mit dem "maritimus". Weil eine andere Bärenart Ursus arctos arctos heißt und durch das "arctos" meint man immer, das hat was mit Arktis zu tun, aber der Ursus arctos arctos ist der Braunbär.



Den Ursus arctos arctos haben wir nicht gesehen, obwohl er auch hätte da sein müssen. Der hat sich aber irgendwo versteckt. Da es den aber auch hier freilebend in den Wäldern gibt, besteht ja noch die Chance, dass er uns mal im WoMo besucht.

Dafür war im Wolfsgehege richtig was los. Da lebt ein großes Rudel, das die ganze Zeit extrem unruhig durch das Gehege gezogen ist. Was die so aufgeregt hat, war nicht erkennbar.


Hier kamen dann die Vielfraße, die auch zur Familie der Marder gehören.
Das ist fast ein Suchbild. Der Vielfraß hat ein großes Stück Fleisch hinter diesen Stein geschleppt, wo wohl einige Junge auf Futter warteten. MAn bekam sie aber nie richtig zu Gesicht.
Das sind Elche ohne Geweih, die es hier in freier Wildbahn in großer Zahl gibt, die man aber so gut wie nie zu sehen bekommt, weil sie überwiegend nachts unterwegs sind.
Und dann noch einige kleinere Hüpfer, wie hier die Weißwedelhirsche...
...und eingesperrte Rentiere.

Das ist ein Polarfuchs...
...und Moschusochse mit Nachwuchs...
...wobei der Vater einen etwas ungepflegten Eindruck machte.
Nach der Zoorunde sind wir noch in das Kaffee des Resorts gegangen, wo es ein Teddybärmuseum gibt, das allerdings einfach eine riesige Sammlung von Stofftieren darstellt. Wertvolle Steiff-Teddys sieht man da eher nicht.


Gegen 16 Uhr hatten wir das Ranua-Resort abgearbeitet und haben uns auf den Weg nach Rovaniemi gemacht. Das waren noch ca. 80km und da es ja hier nun auch regnete, sind wir einfach dem Regen davongefahren, weil es im Norden immer noch besser am Himmel aussah. 

Auf dem Weg kommt man in dieser Gedenkstelle vorbei, wo die Schlacht von Ylimaa im Oktober 44 stattgefunden hat. Binnen 3 Tagen haben uns die Finnen hier in die Flucht geschlagen.

Gegen 17.30 Uhr waren wir in Rovaniemi und sind über diese Brücke in die Stadt gefahren.
Wir haben auf einem Parkplatz bei der Kirche geparkt und sind in die Innenstadt gelaufen. Zu den Parkplätzen hier ist zu sagen, dass sie zwar fast alle gebührenfrei sind, es aber grundsätzlich Parkzeitbeschränkungen zwischen 2 und 8 Stunden gibt, die man durch Parkscheibe anzeigen muss. Da sich in der Nähe das berühmte Weihnachtsdorf befindet, ist hier im Winter vermutlich so ein Jahrmarkt, dass man durch die Beschränkungen das Übernachten in der Stadt unterbinden möchte. Für die aktuelle Jahreszeit ist das völliger Blödsinn, weil alle Parkplätze komplett leer sind und man absolut niemand im Weg stehen würde.

Rovaniemi ist eine sehr moderne Stadt. Historische Gebäude gibt es überhaupt nicht und die Stadt ist einfach auf Wintertourismus ausgelegt. Jeder 3. Laden in der Innenstaddt bietet Husky-Schlittenfahrten, Skibob-Ausflüge und was weiß ich für Safaris an.


Schlimm ist auch mal wieder die Gastronomie. Inder, Mexikaner, Kebabs und Chinesen, aber einfach nichts vernünftiges zu essen zu bezahlbaren Preisen. In den Hotelrestaurants fängt es mal bei um die 40 Euro für ein Tellergericht an.
So sind wir halt beim "Hesburger" gelandet. Das ist eine Burgerkette, die wir schon seit dem Baltikum in jedem Ort gesehen haben und dann muss man das ja auch mal probieren.

Für 11,95 € gab es einen Burger mit einem ordentlichen Stück Hühnchenbrust, ein paar abgezählten Pommes und ein Getränk. 
Nach dem Gourmetessen sind wir durch ein Wohngebiet wieder zum Auto gelaufen. Da bauen sie zwischen jedes Haus so ein Ding, vermutlich weil das schön sein soll. Einen Nutzwert hat es wohl eher nicht.
Auf dem Weg kamen uns dann auch wieder die schon bekannten selbstfahrenden Einkaufswagen entgegen. Die bleiben aber wirklich brav stehen, wenn man ihnen in den Weg läuft, ansonsten sausen sie einfach vorbei.

Da auch unser Parkplatz eine 8-Stunden-Beschränkung hatte, sind wir noch 6km aus der Stadt gefahren und stehen jetzt auf einem Waldparkplatz. Jetzt regnet es auch hier und das darf es von mir aus die ganze Nacht, wenn es dann morgen wieder trocken bleibt.



 

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