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Freitag, 15. Mai 2026

15.05.2026 Kajaani - Pudasjärvi

Gestern Abend haben sich die Wolken so nach und nach verzogen.

Woran wir uns erst langsam gewöhnen, sind die extrem kurzen Nächte. Da scheint um 22 Uhr noch die Sonne, sie wie hier.

Dieses Bild aus der Dämmerung haben ich dann um 23.10 Uhr gemacht. 

Es wird aktuell also so gegen 23.30 Uhr dunkel und um 3 Uhr kommt die Morgendämmerung. 

Heute Morgen war es dann richtig schön und laut Wetterbericht sollte das eigentlich nur bis 8 Uhr am Morgen halten. Zum Glück hat auch hier der Wetterbericht nicht immer recht und es blieb den ganzen Tag über sonnig.
Wir sind nach dem Frühstück erstmal in die kleine Innenstadt von Kajaani gelaufen, wo es noch einige wenige alte Gebäude....
...und eine sehr schöne Holzkirche gibt.
Kajaani war im 19. Jahrhundert einer der wichtigsten Umschlagplätze für Kiefernteer, den man als schwarzes Gold bezeichnete und der überwiegend als Holzschutz Verwendung fand.
An einem Laden in der Innenstadt hat der Türgriff einen gehäkelten Umhang bekommen. Klar, hier ist es im Winter bissig kalt und der Türgriff ist dann auch entsprechend eisig aber im Moment bei 15 Grad ist das wohl nicht mehr nötig.

Diese Kleinkindertruppe war echt witzig. Die ganz Kleinen im Kinderwagen, die etwas Größeren mussten sich links und rechts an einem Griff am Kinderwagen festhalten und so trotteten sie völlig geräuschlos durch die Stadt.

Als wir gegen 10.30 Uhr aus Kajaani rausgefahren sind, haben wir noch kurz an der alten Ruine angehalten. Es sind die Überreste einer Burg aus dem 17. Jahrhundert, die der Sicherung der Wasserwege diente. Über die Burganlage geht heute eine Autobrücke und einer der Pfeiler steht mitten in der Ruine. Unsere Denkmalschützer würden Amok laufen ob solch eines Frevels aber die Finnen sind da deutlich pragmatischer.

Zu den bisherigen Erfahrungen hier kann man sagen, dass die Finnen ein bisschen schräg sind, aber immer freundlich. Selbst wenn man morgends in den Supermarkt kommt, unterbricht jeder Regaleinräumer kurz seine Tätigkeit und grüßt freundlich. Im Aldi zu Hause werde ich höchstens genervt angeschaut, wenn ich mich traue, da beim Einräumen zu stören und im Weg rumzulaufen.

Jeder spricht englisch hier, so dass die Verständigung kein Problem darstellt. Mit unserem Finnisch ist es nämlich nicht weit her.

Jetzt aber zur weiteren Strecke. Wir sind wieder über die zwischenzeitlich etwas abgetrockneten Waldwege weiter in Richtung Norden gefahren.

Ich erspare es mir jetzt, jeden einzelnen See zu benennen, zumal ich die Namen weder aussprechen noch schreiben kann.

Auf jeden Fall sahen die Seen heute deutlich hübscher aus als gestern, als alles nur grau war.

Die Wälder hier sehen alle ziemlich gleich aus. Dünne Stecken, halb Nadelbäume und viele Birken. Die Bäume sind relativ hoch, haben aber nur streichholzdicke Stämme. Abgeholzt wird das alles mit Vollerntern. Da braucht es nur einen Waldarbeiter auf der Maschine und ruck-zuck ist eine große Fläche umgelegt. 

Die abgeholzten Stellen sehen dann zunächst sehr verrupft aus, weil die ganzen Wurzelstöcke da rumliegen, aber irgendwann forsten die dann auch wieder auf.

Finnlands Waldfläche bedeckt ca. 74% des Landes und dann sind da noch die 188.000 Seen.
Kurz nach dem Mittag waren wir in Poulanka. Das ist ein Skigebiet und da es absolut keinen Schnee mehr hat, ist hier alles tot. Wir waren da ganz alleine und auch zuvor auf der Straße kam uns zeitweise 20 Minuten lang kein anderes Auto mehr entgegen.

Und wie gesagt, alle paar Kilometer ein See.
Da an der Strecke nur sehr kleine Ortschaften lagen, haben wir kein Kaffee gefunden. Hier stand zwar was von Kaffee, aber das war mehr ein Wohnzimmer, in dem es sehr komisch gerochen hat, weshalb wir lieber wieder gegangen sind.
Wir sind dann bis zum nächsten See gefahren und haben uns hier selbst einen Kaffee gemacht. Es gibt schließlich schlechtere Plätze, um Kaffee zu trinken. Wir hatten zwischenzeitlich 16 Grad und in der Sonne war es hier richtig warm.

In Park4Night haben wir uns dann einen Übernachtungsplatz vor Pudasjärvi am See Peetarinperä auf einer Landzunge ausgesucht.
Bei der Anfahrt sind wir auf dieses Schild gestoßen. So viele Doppelbuchstaben auf einem Haufen, sieht man selbst hier selten. 
Es heißt übrigens so viel wie "die Landstraße endet" oder so ähnlich. 
Es ist hier wirklich nur eine Landzunge und wir sind auf dem schmalen Feldweg bis ans Wasser gefahren. Das Umdrehen gestaltete sich bei maximal 5 Meter Breite etwas schwierig, aber mit 10 Mal hin und her hat auch das geklappt.

Hier stehen wir jetzt auf 3 Seiten von Wasser umgeben. Hinter dem Auto gehts nur noch ins Wasser.
Es ist herrlich ruhig hier und der Ausblick ist traumhaft.
Jetzt gabs mal einen Ouzo, den ich auf der Fährüberfahrt nach Helsinki gekauft habe und außerdem musste ich mal testen, ob ich das mit den Steinen noch kann. Klappt noch.

Aktuell ist es 21.30 Uhr und die Sonne steht noch hoch am Himmel. Falls es gegen Mitternacht noch einen schönen Sonnenuntergang gibt, reichen wir den Morgen nach.
Und hier die heutige Strecke...

 ...und unser Standplatz im Detail.

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