Auch heute Morgen sah der Himmel richtig gut aus aber es war mit 9 Grad recht frisch.
Von unserem Übernachtungsplatz sind es noch rund 550km bis zum Nordkap und das Problem ist, dass dort ab Mittwochnachmittag für den Rest der Woche übles Wetter angesagt ist.
Wir haben uns deshalb entschlossen, heute Strecke zu machen, so dass wir eventuell schon am Dienstag am Kap sind.
Wir sind also weiter auf der E75 in Richtung Norden gestartet. Da es da unterwegs kaum noch Ortschaften gibt und man immer zwischen 80 und 100km/h unterwegs ist, kommt da schnell ein Stück zusammen. Ab und zu kommt an der Strecke mal ein Kaffee mit hübscher Deko, wobei dieses hier geschlossen hatte.
Der einzig etwas größere Ort vor Inari ist Saariselkä, ein reiner Wintersportort. Im Winter ist hier vermutlich richtig was los und es gibt auch mal wieder ein Büro des Weihnachtsmanns.
Aktuell ist das eine Geisterstadt und es ist so ziemlich alles geschlossen.
Die Schneemobile stehen zu hunderten rum und warten auf die nächste Saison.
Auf den umliegenden Bergen mit vielen Skiliften liegt noch stellenweise etwas Schnee, aber zum Skifahren reicht das nicht mehr.
Gegen 11.30 Uhr waren wir in Ivalo, wo wir uns im Alko-Laden noch mit einem Kanisterle Rotwein eingedeckt haben. Das Zeug ist nämlich in Norwegen noch teurer als hier und so ein bisschen über der Einfuhrmenge kann man ja schon mitnehmen, wobei alles inkl. Zigaretten zur Sicherheit trotzdem im Geheimfach deponiert wurde.
Was ich noch nie gesehen hatte waren Gläser mit Weinfüllung, die sie hier im Laden für 4,99 €/Stück verkauft haben. Unter dem Plastikdeckel ist noch ein Staniolverschluss wie auf einem Joghurtbecher. Das wärs doch mal auf unseren Weinfesten, wo man das Glas sowieso immer kaufen muss. Deckel abziehen und trinken und wenn du nach Hause gehst, hast du ein ordentliches Gläsersortiment. Man kann sich ja zwingen, dass es ein 12-teiliges Sortiment gibt.
Man fährt auf der Strecke längere Zeit direkt am Inarisee entlang, eine tolle Straße.
Kurz vor Inari haben wir hier an einem Kaffee mit Souvenirshop eine Pause eingelegt.
Es gab Kaffee und richtig gute Pfannkuchen.
Neben dem Kaffee kann man 274 Stufen zum Karhunpesäkivi Felsen hochlaufen und weitere 200 Stufen zu einem Aussichtspunkt.
Nach den ersten 274 Stufen steht man vor diesem Loch und soll da reinkrabbeln. Da drinnen ist eine 4 Meter lange Höhle, die rund 2 Meter breit und 2 Meter hoch sein soll. Der Legende nach hat sich da ein Same bei einem Schneesturm versteckt und erst beim Aufwachen am Morgen bemerkt, dass er neben einem Bären geschlafen hat. Er hat sich dann vom Acker gemacht, ohne dass der Bär aufgewacht ist.
Das ist die Rückseite des Bärenfelsens.
Ich muss kurz abschweifen. Diese Anhänger mit Deckel sieht man in ganz Finnland zu tausenden. Nahezu jedes Auto hat hier eine Anhängerkupplung und jedes 2. Auto zerrt so ein Ding hinter sich her. Was die da unter dem Deckel transportieren, weiß ich leider nicht, man kann ja nicht reinschauen.
Nach dem Kaffeestopp ging es weiter nach Inari, wo man auf die 92 in Richtung Norwegen abbiegen muss.
Eine kurze Google-Recherche hat ergeben, dass Sprit in Norwegen etwas günstiger ist und so haben wir den Finnen ihr Benzin gelassen und sind mit halbleerem Tank weitergefahren.
Gegen 14.30 Uhr haben wir die norwegische Grenze überquert. Kontrollen gab es keine, so dass die Vorbereitungsarbeiten zum Grenzübertritt völlig umsonst waren.
Nach der Einreise in Norwegen konnten wir die Uhren wieder auf die heimische Zeit zurückdrehen. Wir waren ja ab dem Baltikum immer 1 Stunde vor eurer Zeit.
Nach dem Tanken sind wir weiter bis Lakselv gefahren und haben dort unsere erste Bekanntschaft mit der norwegischen Gastronomie gemacht.
Nach dem oppulenten Mahl sind wir noch einige Kilometer aus Lakselv rausgefahren und stehen jetzt hier am Porsangerfjord mit 4 anderen Wohnmobilen.
Hier die Strecke heute, fast 370km. So viel fahren wir normalerweise nie an einem Tag, aber da es nur große Hauptstraße waren, war die reine Fahrzeit gar nicht so lange.


































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