Dieses Blog durchsuchen

Montag, 18. Mai 2026

18.05.2026 Kersilö - Lakselv (Norwegen)

Gestern Abend haben wir bei schönem Wetter noch einen späten Spaziergang am See entlang gemacht.
Auch heute Morgen sah der Himmel richtig gut aus aber es war mit 9 Grad recht frisch.
Von unserem Übernachtungsplatz sind es noch rund 550km bis zum Nordkap und das Problem ist, dass dort ab Mittwochnachmittag für den Rest der Woche übles Wetter angesagt ist. 

Wir haben uns deshalb entschlossen, heute Strecke zu machen, so dass wir eventuell schon am Dienstag am Kap sind.

Wir sind also weiter auf der E75 in Richtung Norden gestartet. Da es da unterwegs kaum noch Ortschaften gibt und man immer zwischen 80 und 100km/h unterwegs ist, kommt da schnell ein Stück zusammen. Ab und zu kommt an der Strecke mal ein Kaffee mit hübscher Deko, wobei dieses hier geschlossen hatte.



Der einzig etwas größere Ort vor Inari ist Saariselkä, ein reiner Wintersportort. Im Winter ist hier vermutlich richtig was los und es gibt auch mal wieder ein Büro des Weihnachtsmanns. 

Aktuell ist das eine Geisterstadt und es ist so ziemlich alles geschlossen.



Die Schneemobile stehen zu hunderten rum und warten auf die nächste Saison.
Auf den umliegenden Bergen mit vielen Skiliften liegt noch stellenweise etwas Schnee, aber zum Skifahren reicht das nicht mehr.
Gegen 11.30 Uhr waren wir in Ivalo, wo wir uns im Alko-Laden noch mit einem Kanisterle Rotwein eingedeckt haben. Das Zeug ist nämlich in Norwegen noch teurer als hier und so ein bisschen über der Einfuhrmenge kann man ja schon mitnehmen, wobei alles inkl. Zigaretten zur Sicherheit trotzdem im Geheimfach deponiert wurde. 

Was ich noch nie gesehen hatte waren Gläser mit Weinfüllung, die sie hier im Laden für 4,99 €/Stück verkauft haben. Unter dem Plastikdeckel ist noch ein Staniolverschluss wie auf einem Joghurtbecher. Das wärs doch mal auf unseren Weinfesten, wo man das Glas sowieso immer kaufen muss. Deckel abziehen und trinken und wenn du nach Hause gehst, hast du ein ordentliches Gläsersortiment. Man kann sich ja zwingen, dass es ein 12-teiliges Sortiment gibt.

Nach dem Einkauf ging es weiter in Richtung Inari. 
Man fährt auf der Strecke längere Zeit direkt am Inarisee entlang, eine tolle Straße.


Kurz vor Inari haben wir hier an einem Kaffee mit Souvenirshop eine Pause eingelegt.


Es gab Kaffee und richtig gute Pfannkuchen.

Neben dem Kaffee kann man 274 Stufen zum Karhunpesäkivi Felsen hochlaufen und weitere 200 Stufen zu einem Aussichtspunkt.


Nach den ersten 274 Stufen steht man vor diesem Loch und soll da reinkrabbeln. Da drinnen ist eine 4 Meter lange Höhle, die rund 2 Meter breit und 2 Meter hoch sein soll. Der Legende nach hat sich da ein Same bei einem Schneesturm versteckt und erst beim Aufwachen am Morgen bemerkt, dass er neben einem Bären geschlafen hat. Er hat sich dann vom Acker gemacht, ohne dass der Bär aufgewacht ist.
Natürlich sind wir da nicht bäuchlings reingekrabbelt, da nach dem gestrigen Regen die gesamten Klamotten eingesaut gewesen wären.
Das ist die Rückseite des Bärenfelsens.
Ich muss kurz abschweifen. Diese Anhänger mit Deckel sieht man in ganz Finnland zu tausenden. Nahezu jedes Auto hat hier eine Anhängerkupplung und jedes 2. Auto zerrt so ein Ding hinter sich her. Was die da unter dem Deckel transportieren, weiß ich leider nicht, man kann ja nicht reinschauen.
Nach dem Kaffeestopp ging es weiter nach Inari, wo man auf die 92 in Richtung Norwegen abbiegen muss.
Eigentlich wollten wir in Inari noch einmal volltanken, aber die Dieselpreise lagen heute zwischen 2,44 €/l und 2,59 €/l. Das ist hier genauso eine Mafia wie zu Hause. Zu Wochenbeginn werden die Preise um 20 bis 30 Cent je Liter erhöht und dann sinken die Preise langsam zum Wochenende hin. Man tankt also am Samstagnachmittag oder Sonntags am günstigsten 
Eine kurze Google-Recherche hat ergeben, dass Sprit in Norwegen etwas günstiger ist und so haben wir den Finnen ihr Benzin gelassen und sind mit halbleerem Tank weitergefahren.

Wenn man dann hinter Inari auf die 92 abbiegt, sind es noch rund 60km bis zur norwegischen Grenze. Die Straße ist wirklich öde, meist bolzengerade und außer ab und zu einem kleinen See gibt es da nichts.
Gegen 14.30 Uhr haben wir die norwegische Grenze überquert. Kontrollen gab es keine, so dass die Vorbereitungsarbeiten zum Grenzübertritt völlig umsonst waren.

Da wir Finnland jetzt verlassen haben noch ein kurzes Resumeé dazu. 
In Finnland ist man sehr entspannt unterwegs. Die Leute sind sehr freundlich und fahren nicht wie die Irren durch die Gegend. Es gibt kaum gesperrte Straßen, so dass man überall, das richtige Fahrzeug vorausgesetzt, auf kleinen Nebenstrecken und Waldwegen rumkurven kann. Außerdem sind nur wenig Wohnmobile unterwegs und wenn sind es Finnen. Nur gestern und heute, so ab Rovaniemi, hat die Zahl ausländischer Wohnmobile und vor allem von Deutschen massiv zugenommen. Die werden wir dann alle am Nordkap wieder treffen.


Nach der Einreise in Norwegen konnten wir die Uhren wieder auf die heimische Zeit zurückdrehen. Wir waren ja ab dem Baltikum immer 1 Stunde vor eurer Zeit.

Direkt hinter der Grenze änderte sich die Landschaft schlagartig. Jetzt sah man plötzlich Berge und die meisten Seen hatten noch eine dünne Eisschicht. Die Eisschicht hatten die letzten Seen in Finnland zwar auch noch, aber dort hatte es 15 Grad und nun fiel die Temperatur nach wenigen Kilometern langsam bis auf 7 Grad ab. Allerdings wurde die Wolkendecke auch wieder etwas dichter, so dass die Sonne nicht mehr richtig durchkam.

Der erste "größere" Ort hinter der Grenze war Karasjok. Hier haben wir für 1,99€/l vollgetankt, was doch deutlich günstiger als in Finnland war. Außerdem hatten sie eine AdBlue-Zapfsäule, so dass wir die Plörre auch gleich wieder füllen konnten.

Nach dem Tanken sind wir weiter bis Lakselv gefahren und haben dort unsere erste Bekanntschaft mit der norwegischen Gastronomie gemacht.

Es  gibt 2 Schnellimbisse und da zahlt man für eine normale Pizza und ein Fanta 25 Euro. Das kann noch heiter werden hier, aber wir haben ja beim Sprit gespart. :-)

Nach dem oppulenten Mahl sind wir noch einige Kilometer aus Lakselv rausgefahren und stehen jetzt hier am Porsangerfjord mit 4 anderen Wohnmobilen.

Wir müssen uns jetzt langsam dran gewöhnen, dass wir hier in Norwegen nicht mehr tagelang alleine unterwegs sein werden, aber da müssen wir durch.
Hier die Strecke heute, fast 370km. So viel fahren wir normalerweise nie an einem Tag, aber da es nur große Hauptstraße waren, war die reine Fahrzeit gar nicht so lange.

Und zum Schluss noch ein Nachtrag zu Finnland.

In jedem Kuhdorf gab es eine Niederlassung unseres Baden-Württembergischen Schraubenkönigs Reinhold Würth. Der ist in Finnland wohl ein echtes Schwergewicht und es fällt einfach auf, wenn man durchs Land fährt.
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen