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Montag, 4. Mai 2026

04.05.2026 Valmiera-Pärnu

Als wir heute gegen 8 Uhr aufgestanden sind war es sonnig bei 18 Grad.

Bis wir dann aber nach dem Frühstück gegen 09.30 losgefahren sind, trübte es sich recht schnell ein und nach einigen Kilometern fing es an zu tröpfeln. 

Wir sind quer nach Westen in Richtung Ostseeküste gefahren. Bis zur Küstenstraße waren die ersten 50km überwiegend Schotterpisten, die durch winzig kleine Dörfer und an unzähligen Seen vorbei führten.
Mitten im Wald steht dann da auch mal so eine Kapelle und dahinter ist ein riesiger Friedhof. Woher die ganzen Verblichenen kommen, ist völlig unklar, da es ja weit und breit keine Stadt drumrum gibt. Von irgendwoher werden sie die schon bringen.
Gegen 11 Uhr haben wir die Ostseeküste erreicht. Man sieht das Meer von der Straße aus nur an wenigen Stellen. So wie hier auch, endet die Straße meist vor einer Düne, über die man dann klettern muss.
Der Himmel trübte sich weiter ein, aber das war so vorhergesagt. Regen bis ca. 14 Uhr und das Wetter hat sich daran gehalten. Es blieb aber trotz des Regens bei einer Temperatur zwischen 14 und 17 Grad.
Kurz nach 12 Uhr haben wir auf einer kleinen Nebenstraße die Grenze zu Estland passiert. Wir haben im letzten Moment das Schild gesehen, sonst hätten wir den Grenzübertritt wohl erst durch die Roaming-Meldungen der Handys mitbekommen.
Es ging dann immer weiter an der Küste entlang in Richtung Pärnu. Ab und zu mussten wir ein Stück auf der A4 fahren, weil es keine kleine Parallelstraßen gibt. Das ist unheimlich nervig, weil da viele LKW's mit 100 Sachen unterwegs sind und die fahren dir auf die Stoßstange auf, wenn du für ihren Geschmack zu langsam fährst.

Wir sind deshalb, wenn immer möglich, auf die Schotterpisten ausgewichen, wo überhaupt niemand fährt.


Da sieht man im Niemandsland dann auch mal Bauernkunst auf dem Acker.

Gegen 15 Uhr waren wir in Pärnu und sind hier auf den Campingplatz gefahren. Er kostet 33 Euro aber in der ganzen Stadt gibt es nur bewirtschaftete Parkplätze, die auch schon um die 15 bis 20 Euro kosten. Da ist ein Campingplatz mit Dusche und einer ordentlichen Stellfläche dann schon besser, zumal wir auch mal wieder Wasser füllen müssen, da wir zuletzt im WoMo geduscht hatten.
Wie man sieht, hat sich das Wetter an die Vorhersage gehalten. Es war wieder sonnig. Nur der Wind ist zurück, aber lange nicht so heftig wie vor einer Woche.


Wir sind dann vom Campingplatz aus die 2 km in die Innenstadt von Pärnu gelaufen. Es gibt einen schönen Fußweg am gleichnamigen Fluß entlang.

Pärnu wurde von Deutschen als Pernau im 13. Jahrhundert gegründet und war ab 1617 in schwedischer Hand. Es war ein bedeutendes Seebad und wird auch heute noch estnische Sommerhauptstadt genannt.

Was es mit den Elefanten, die hier überall rumstehen, auf sich hat, habe ich noch nicht ausfindig gemacht. 

Den Sommerbadeort aus dem 19. und 20. Jahrhundert sieht man auch noch gut an der Architektur, die so ganz anders ist, als zuvor in Lettland und Litauen.






Insgesamt ist Pärnu ein nettes Städtchen mit einer vielfältigen Gastronomie. Jedes 3. Haus in der Innenstadt ist eine Kneipe, wobei dieses Platzangebot in der Saison vielleicht benötigt wird, im Moment bei dem wenigen Betrieb jedoch völlig überdimensioniert wirkt.



Wir sind zum Abschluss unserer Stadtrunde hier im "Ephesus" essen gegangen. Da stand draußen zwar "Brasserie und Cafe", aber der Betreiber ist ein Türke, der noch nie in Ephesus war.
Das Essen war dann auch richtig türkisch mit Fladenbrot als Vorspeise und einem leckeren Hühnchenfleisch mit frischem Gemüse und Kartoffeln.
Für 13,50 Euro war es auch recht günstig, wobei die umliegenden Lokalen, bei denen wir auf die Speisekarte geschaut hatten, ähnliche Preise hatten.


Das ist unsere heutiger Stellplatz direkt am Fluss Pärnu...
...und ein Bild vom Hauptgebäude des Campingplatzes. Hier stehen aktuell außer uns noch 7 Wohnmobile, alle aus Finnland.
Deutsche sieht man aktuell nur wenige. Heute sind uns unterwegs mal 2 deutsche WoMos entgegengekommen.
Und hier noch die Route von heute.
 

Sonntag, 3. Mai 2026

03.05.2026 Riga - Valmiera

Heute war ein komischer Tag. Es hatte schon am Morgen 21 Grad mit Schleierwolken und es war irgendwie schwülwarm. Die Temperatur stieg dann auch recht schnell auf 24 Grad an und die Wolken wurden dichter. Es war so richtige Gewitterstimmung in der Luft. (nicht im Fahrzeug)

Wir sind gegen halb elf in Riga losgefahren und nach Segulda gefahren. Dort haben wir zunächst die etwas außerhalb gelegene Burg Treyden angeschaut.

Hier haben wir als Senioren 7 Euro Eintritt (Vollzhaler 9 Euro) bezahlt und fürs Parken hätten wir mit dem WoMo auch noch 6 Euro, so viel wie ein großer Reisebus, bezahlen müssen. Ich habe die nette Damen an der Kasse aber erst nach dem Bezahlen nett gefragt, was sie jetzt denn als Parkgebühr berechnet hat und sie hatte nur die 2 Euro für einen PKW genommen. Als ich ihr dann gesagt habe, dass wir ein kleines Wohnmobil haben, war das so in Ordnung und wir hatten 4 Euro gespart.
Um es vorweg zu nehmen. Die Burg ist das Eintrittsgeld nicht wert. Es ist teilweise eine Ruine und die restaurierten Teile sind nicht gut restauriert. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns auf ein paar Außenaufnahmen beschränkt und uns den Eintritt gespart.







Nach der Burgbesichtigung sind wir zurück nach Segulda gefahren und haben uns dort noch das neue Schloß (eher Schlößchen) mit dem Park angeschaut. Hier musste man zumindest für den Außenbereich keinen Eintritt bezahlen.

Neben dem neuen Schloß befindet sich die Ruine der Ordensburg Segewold, die man auch wieder nur gegen Gebühr besichtigen kann.

Da das alles nicht sehr imposant ausgesehen hat, haben wir uns auf den Außenbereich beschränkt.
Auf der westlichen Seite der Stadt liegt noch das Schloss Krimulda, das wir uns mit dem Teleobjektiv hergeholt haben. Da hätte man wieder durch einen Park den Berg hochrennen müssen und wir waren heute, bei dem schwülen Wetter, nicht zum Laufen aufgelegt.
Als wir in Sigulda im Schlosspark unterwegs waren, fingen unsere beiden Handys nahezu zeitgleich an zu spinnen. Ich hatte ja im April schon einmal geschrieben, dass die Teile seit dem letzten Update extrem viel Strom verbrauchen und im Betrieb sehr schnell warm werden. Deshalb muss ich jetzt, wenn wir eine längere Städtetour zu Fuß wie gestern in Riga machen, noch eine Powerbank mitschleppen, damit der Strom nicht ausgeht.
Heute nun dimmten beide Handys nahezu zeitgleich das Display ab, so dass man kaum noch erkennen konnte, was man fotografiert. Die Helligkeit stand auf maximal, aber der Bildschirm war nur duster. Nach einem Neustart ging es wieder ein paar Sekunden, dann dimmten die Teile erneut. Ich weiß nicht, was Samsung da angestellt hat aber bei Mobiltelefonen, die fast 1000 Euro kosten, ist das einfach nur noch eine Frechheit.

Von Sigulda aus wollten wir eigentlich durch den Gauja-Nationalpark in Richtung Valmiera fahren, haben aber irgendwie den Abzweig verpasst und sind auf dem direkten Weg über die A3 gefahren. Ob wir da was verpasst haben, wissen wir deshalb nicht.
Auf halben Weg wollten wir unterwegs noch einen Kaffee trinken. Da es in der Kneipe allerdings nichts dazu gab, haben wir uns für ein kleines Essen entschieden, was ein Fehler war. Wir haben über 1 Stunde auf einen Salat und ein Schnitzel gewartet und es war dann schon fast 17 Uhr, bis wir da wieder weggekommen sind.

Mein Handy verweigerte nun die Navigation mit der Begründung, dass es erstmal abkühlen muss. Es lag während des Essens einfach nur da und war trotzdem sehr heiß. Wir haben dann erstmal Heikes Handy mit dem Fahrzeug gekoppelt, damit wir wenigstens ein Navi hatten und sind dann noch die 30km bis Valmiera gefahren.
In Valmiera gibt es außer dem Springbrunnen im Fluß, einen kleinen alten Rest der Stadtmauer und der Kirche nicht viel zu sehen.

Wir haben hier gefrotzelt, was wir denn machen würden, wenn es nicht die vielen Kirchen gäbe. Wir wüssten ja gar nicht, was wir dann noch fotografieren sollen.
Wir haben uns hier auf einen großen kostenlosen Parkplatz mitten in der Stadt gestellt und hier übernachten wir heute. Für morgen müssen wir erstmal schauen, wie wir weiter fahren. Wenn es weiterhin so warm bleibt, werden wir wohl an die Küste fahren und dort die Grenze nach Estland überqueren.