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Dienstag, 28. April 2026

28.04.2026 Kaunas - Klaipeda

Heute Morgen sind wir von Kaunas aus über die 141 auf die Burgentour in Richtung Klaipeda gefahren.


Die erste Station war nach ca. 10 km das Schloss Raudondvaris.



Hier ist man mit dem Begriff Schloss recht schnell. Wenn man das mit den Loire-Schlössern vergleicht, würde das hier eher als Herrenhaus durchgehen.


Wir hatten wieder sehr schönes Wetter, aber die Temperaturen sind halt unterirdisch. Immer so zwischen 7 und 10 Grad, was an sich reichen würde, aber dann dieser eiskalte Wind, der es echt ungemütlich macht.

Besichtigen kann man die Schlösser sowieso nicht. Der Eintritt würde zwar nur 2 Euro kosten, aber hier ist alles noch geschlossen oder nur am Wochenende geöffnet. 

Es ging dann weiter immer an der Memel entlang zum 53km entfernten Schloss Raudonė. 

Auf dem Weg dorthin kommt man durch einige kleinere Städtchen, die größtenteils heruntergekommen sind.

Das hier fand ich witzig. Das halbe Dach eingestürzt, alles entkernt aber unten rechts 3 neue Rollläden, also wohnt man da wohl noch.

Das ist noch im gleichen Dorf. Fast nur halbverfallene Holzhäuser...
...aber für Autos reicht das Geld. Nur in die Häuser investiert man wohl keinen Euro.

Zu den Autos hier ist zu sagen, dass man sehr viele Audis sieht. Teilweise recht neue Fahrzeuge aber auch viele ältere Modelle. Da wir in Polen fast nur neuwertige Fahrzeuge gesehen haben, gehen die Gebrauchtwagen der Polen dann wohl nach Litauen.


Das Schloss Raudonė ist recht schön, war aber auch wieder geschlossen, deshalb war nur die Außenbesichtigung möglich.


Es ging dann weiter zum Schloss Panemunė, das noch mit EU-Geldern in der Restaurationsphase ist. Von Weitem sieht es recht hübsch aus. 
Steht man dann davor, ist bis auf diesen Teil hier noch nicht viel renoviert.

Auf dem weiteren Weg fährt man direkt an der Grenze zu Kaliningrad entlang. Da wollten wir nicht hin und sind deshalb hier lieber rechts abgebogen.
Gegen 16 Uhr haben wir die Ostsee erreicht.

Wir hatten uns hier an der Küste einen kleinen Campingplatz in Dreverna ausgesucht, der von der Gemeinde betrieben wird und angeblich das ganze Jahr über geöffnet hat. Als wir da ankamen, war niemand da und bei der angegebenen Telefonnummer ging niemand ans Telefon. Außerdem war es da überall derart windig, dass wir uns entschieden haben, noch die 35km bis Klaipeda zu fahren. 

Tante Google fand das gut und hat uns eine super Strecke mitten durch matischige Waldwege rausgesucht.


Ca. 15km vor Klaipeda wollten wir mal direkt an den Ostseestrand fahren, war sich allerdings als unmöglich erwiesen hat. Da wird am Rand überall großflächig gebaut und die Zufahrten sind mit Schranken abgesperrt.

Hier ist die reiche Elite wohl gerade dabei, sich die ganzen Grundstücke exklusiv zu sichern und die Landbevölkerung soll schauen, wie sie ans Meer kommt.
Es war dann 18 Uhr, bis wir hier in Klaipeda angekommen sind und uns auf einen Parkplatz in der Nähe der Innenstadt gestellt haben. Einen Campingplatz gibt es auch hier stadtnah nicht.
Da wir einige hundert Meter von der Wasserkante entfernt standen, war der Wind hier nicht ganz so heftig und so haben wir uns entschlossen, trotz der eisigen Temperaturen noch eine Runde durch die Stadt zu laufen.


In einer kleinen Seitenstraße sind wir hier ins Lokal Kavinė Klaipėdos Senamiestis gegangen und haben hier gegessen.

Die Tellergerichte liegen hier auch bei 17 bis 20 Euro und Gläschen Wein (150ml) bei 5 Euro, was für Litauen aber üblich ist.


Nach dem Essen sind wir noch zum Theaterplatz gelaufen, wo ein Denkmal für Simon Dach steht. Der hat das "Ännchen von Tharau" geschrieben und die steht da auf dem Sockel.
Über eine Runde am Hafen und an der Memelburg vorbei haben wir uns auf den Weg zu unserem Stellplatz gemacht. 
Klaipeda hieß früher Memel wie der Fluß und die Zeile in der 1. Strophe unserer Nationalhymne.


Und hier die heutige Strecke entland der Memel auf der 141, ca. 230 km . 
 

Montag, 27. April 2026

27.04.2026 Rumšiškės - Kaunas

Heute Morgen standen wir pünktlich um 10 Uhr zur Öffnungszeit am Eingang des Freilichtmuseums in Rumšiškės. Außer uns war nur noch ein holländischer PKW auf dem Parkplatz. 
Die Dame am Eingang empfing uns gleich und meinte, dass die Gebäude noch geschlossen seien, wir aber zum ermäßigten Eintritt in den Park gehen könnten. Ich habe dann noch das Zauberwort "Senior" gesagt und da waren wir dann bei 2 Euro pro Person.
Jetzt ist es in dem Park leider so, dass die einzelnen Gebäude alle mehrere hundert Meter auseinanderstehen, also nicht sehr kompakt. 



Man macht mehr oder weniger einen Waldspaziergang und stößt immer wieder mal auf eine Ansammlung von Häusern.


Wie man sieht, konnten wir trotz der Schließung in viele Häuser reingehen, weil überall geputzt und gefegt wurde. 
Vermutlich beginnt die Saison des Museums am 01.05. und im Moment laufen die ganzen Vorbereitungen.






Hier sieht man mal den Plan der gesamten Anlage und es war dann auch schon nach 12 Uhr, bis wir da wieder rausgekommen sind. Gelaufen waren wir da schon rund 6km.
Es ging dann weiter in Richtung Kaunas. Wir haben natürlich nicht die Autobahn genommen, sondern sind die 35 km über kleine Dörfer gefahren.

In der Provinz hier ist alles sehr heruntergekommen. Die Häuser stammen der Optik nach überwiegend aus den 50/60er- Jahren und seither wurde daran auch nichts mehr gemacht.
Die Verbindungsstraßen zwischen der Dörfern sind oftmals reine Schotterpisten. Bei uns wären das Waldwege, auf denen man nicht fahren darf.

In den etwas größeren Städten gibt es unzählige dieser Wohnblocks, die auch nur häßlich sind und an denen seit Jahrzehnten nichts mehr gemacht wurde.
Kurs nach 13 Uhr waren wir in Kaunas und haben uns hier am Fluß auf eine Schotterfläche gestellt.
Nach einer kurzen Kaffeepause haben wir den Weg in die Innenstadt in Angriff genommen.
Wir sind zunächst die 2km bis zur Burg Kaunas gelaufen, die bei Weitem nicht so imposant wie die Wasserburg Trakai, an der wir gestern waren, ist.


Ich habe noch gar nichts vom Wetter geschrieben.
Heute Morgen hatte es 10 Grad und bei der Ankunft hier in Kaunas 9 Grad. Es blies immer noch ein kräftiger kalter Wind, aber lange nicht so schlimm wie gestern.

Nach der Außenbesichtigung der Burg (das Museum ist Montags, wie fast weltweit üblich, geschlossen), sind wir in Richtung Innenstadt gelaufen.
Im Vergleich zu Vilnius ist das hier sehr überschaubar und es hat uns nicht wirklich begeistert. 

Kaunas ist die zweitgrößte Stadt in Litauen und die Viertgrößte des Baltikums, aber an die Pracht von Vilnius kommt die Stadt nicht heran.



Ist das Kunst oder kann das weg?

In der Fußgängerzone haben wir noch einen Kaffee zu deutschen Preisen getrunken, was dann doch verwundert, weil hier, zumindest in der Provinz, alles recht ärmlich wirkt.



Gegen 17 Uhr sind wir zum Auto zurückgelaufen und bis wir da angekommen sind, hatten wir Plattfüße. Es waren nun laut unseren Smartwatches schon fast 20000 Schritte und das reicht für einen Tag.
Die Leute hier sind auf jeden Fall völlig anders als in Polen, irgendwie sonderbar. Während man in Polen überall freundlich gegrüßt wird, schauen die Leute hier durch einem durch oder gleich auf die andere Seite. Ein Gruß wird nicht erwiedert, sondern man läuft stur weiter und vermeidet jeden Blickkontakt.
Ob das ein Überbleibsel aus Sowjetzeiten ist, weiß ich nicht, aber es ist irgendwie seltsam und völlig konträr zu Polen.
Und hier zum Schluss noch die heute Strecke, die maximal 40km per Auto betrug, dafü 17km zu Fuß.